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Für die Zeit des Lockdowns setzen die Händler auf Abholstationen: Ansturm auf Bonner Buchhandlungen

Für die Zeit des Lockdowns setzen die Händler auf Abholstationen : Ansturm auf Bonner Buchhandlungen

Bücher haben zurzeit Hochkonjunktur. Am Dienstag erlebten die Bonner Buchhändler einen regelrechten Ansturm der Kunden.

Am für viele Geschäfte letzten verkaufsoffenen Tag des Jahres haben Bonner Buchhändler einen großen Ansturm der Kunden erlebt. „Es ist sehr viel los, so wie Herr Laschet es sich gewünscht hat“, berichtet Stefanie Willaredt, die die Thaliafiliale in der Bonner Innenstadt leitet. Im Vergleich zum Montag sei es zwar etwas ruhiger geworden, insgesamt mache man jedoch mehr Umsatz als üblicherweise zur Weihnachtszeit. „Viele denken sich, am letzten Tag wird sicher viel los sein und erledigen ihre Besorgungen lieber etwas früher“, so Willaredt. „Man könnte sagen, heute ist wie Heiligabend für die Kunden, wo jetzt noch die letzten Erledigungen getätigt werden“, fügt ihre Kollegin Christel Caders hinzu. Für Kunden aus der Bonner City gibt es bereits einen eigenen Lieferdienst. Bestellungen, die bis 15 Uhr bei Thalia eingehen, werden noch am gleichen Tag geliefert, so Willaredt. Alternativ können Kunden die Bücher natürlich auch auf der Internetseite von Thalia bestellen. Für den neuen Lockdown steht auch eine Abholstation für Bestellungen in der Bonner Filiale in Aussicht.

„Es ist wahnsinnig viel los, die Schlange geht bis nach draußen zur Kreuzung“, berichtet Stephanie Kurth von der Buchhandlung Jost in Kessenich. Das Geschäft habe seine Öffnungszeiten extra angepasst und in der letzten Zeit bis 20 Uhr  statt nur bis 18.30 Uhr geöffnet. Die Ankündigung des neuen Lockdowns habe einen zusätzlichen Nachfrageschub gebracht, meint Kurth, „das Weihnachtsgeschäft hat in diesem Jahr aber auch früher begonnen. Das war gut und brachte Entzerrung“. Ein Lieferangebot gebe es bereits. Man habe nun auch die amtliche Genehmigung erhalten, eine Abholstation in der Buchhandlung einzurichten, die ab Donnerstag geöffnet sei.

Der Buchladen 46 auf der Kaiserstraße fährt Lieferungen bereits seit 30 Jahren mit dem Lastenrad aus, wie Buchhändler Holger Schwab berichtet. „Alles, was wir nicht mit dem Rad liefern können, kommt per Post“, so Schwab. In diesen Zeiten sei zwar viel los, er sehe aber keinen Unterschied zum üblichen Weihnachtsgeschäft.

„Ob das ein komprimiertes Weihnachtsgeschäft ist oder ein Boom, sehen wir noch“, meint Philipp Seehausen von der Buchhandlung am Paulusplatz. Er vermutet letzteres, da man sich in diesen Zeiten eher besinnen könne und Zeit zum Lesen fände. „Generell lesen Menschen dieses Jahr mehr, auch philosophische Titel und andere zeitintensive Lektüren“, so der Buchhändler. Zu Beginn des ersten Lockdowns hat das Geschäft einen Lieferdienst gestartet. Fahrradkuriere – meist Schüler oder Studenten – liefern seitdem Bestellungen zu den Kunden nach Hause. Wer die Bücher lieber persönlich abholen möchte, könne dies auch kontaktlos an einer Abholstation vor dem Geschäft machen.