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Werbeaktion in Bonn: Anwohner beschweren sich über die Kunstflieger der Telekom

Werbeaktion in Bonn : Anwohner beschweren sich über die Kunstflieger der Telekom

Die aktuelle Werbeaktion der Deutschen Telekom stößt bei Bonnern auf Kritik: Die Flugzeuge seien zu laut und umweltschädlich, heißt es. Das Unternehmen rechtfertigt sich.

Mit ihren „Skytextern“ macht sich die Deutsche Telekom in Bonn offenbar nicht nur Freunde. Wie berichtet, schreiben die Kunstflieger Buchstaben in den Himmel, mit denen die Telekom für einen neuen Tarif wirbt. Auch am Freitag wurden sie über der Stadt gesichtet.

Eine Reihe von Bürgern beklagte sich gegenüber der Redaktion des General-Anzeigers über die Lärm- und Umweltbelastung. „Diese Aktion der Telekom ist Antiwerbung, zerstörerisch und rücksichtslos“, kritisierte eine Bürgerin. Eine Anruferin gab sich als Nachbarin des Marienhospitals zu erkennen, meldete „erheblichen Fluglärm“ über dem Viertel und nannte dies rücksichtslos gegenüber den Krankenhauspatienten.

Die Telekom nahm am Freitag auf Anfrage noch einmal Stellung. So erklärte ein Unternehmenssprecher, die Werbeschrift am Himmel entstehe „aus einem umweltfreundlichen Paraffinöl. Es verdampft in extrem kleinen Partikeln. In der Luft bleiben keine Rückstände.“ Geflogen werde „zertifiziert klimaneutral“, zudem kompensiere die Telekom den CO2-Ausstoß über nachhaltige Projekte der Organisation ClimatePartner. „Die Flugzeuge werden von herkömmlichen Otto-Motoren angetrieben und verwenden einen Kraftstoff ähnlich des Super-Benzins. Bei jedem Flug verbrennen die fünf Flugzeuge zusammen etwa 150 bis 200 Liter. Das entspricht einer geringen CO2-Emmission von ungefähr 500 Kilogramm und für die gesamte Kampagne knapp 1800 Kilogramm.“ Verglichen mit einem durchschnittlichen Linienflug entspreche dies etwa der Menge, die in weniger als zwei Minuten Flugzeit anfällt. Die Flüge seien entsprechend genehmigt. Der Anteil des Luftverkehrs am globalen CO2-Ausstoß wurde vom International Council on Clean Transportation (ICCT) 2019 mit 918 Millionen Tonnen oder 2,4 Prozent angegeben.