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Römerstraße: Anwohner werden wieder zahlen müssen

Römerstraße : Anwohner werden wieder zahlen müssen

Drei Jahre hat es gedauert, bis die Baustellenschilder auf der Römerstraße nördlich des Kaiser-Karl-Rings abgebaut wurden. Der Kanal ist saniert, aber die Straßendecke sieht aus wie ein Flickenteppich. Denn nach den Vorstellungen der Stadt soll es im Herbst weitergehen mit einer weiteren Ausbesserung des Belags.

Geplant war das ursprünglich nicht. Statt der einfachen Deckschicht soll jetzt auch eine neue Trag- und Frostschutzschicht aufgetragen werden - eine Aufwertung des Belags, und für die sollen die Anlieger zur Kasse gebeten werden.

Die Bonner SPD hatte die Betroffenen zu einer Info-Veranstaltung ins Seniorenheim Augustinum eingeladen, auf der Peter Kox als Stadtverordneter für Castell und Rheindorf-Süd und die SPD-Sprecherin im Bau- und Vergabeausschuss, Angelika Esch, all das aufschlüsselten.

Kox machte den Leuten klar: Unabhängig von den Gründen für die Maßnahme werden sie für die Aufwertung zahlen müssen, da lässt das Kommunalabgabengesetz keinen Zweifel. Allerdings sei das der Stadt erst spät aufgefallen. Die Bewohner zwischen Werftstraße und Augustusring werden voraussichtlich mit 1.633.000 Euro belastet.

Bei ein- bis dreigeschossigen Häusern stehen drei bis sechs Euro pro Quadratmeter an, bei vier- bis sechsgeschossigen sechs bis sieben Euro, drei- bis viergeschossige Gebäude mit Gewerbe bedeuten sieben bis acht Euro pro Quadratmeter. Beitragspflichtig sind Eigentümer und Erbbauberechtigte. Die Zahlungen sollen im Jahr 2015 fällig werden. An den Kosten werde man beteiligt, an der Planung für die Straße aber nicht, kritisierte ein Anwohner.

Dabei kommt es nach bisherigen Planungen der Stadt kaum zu großen Veränderungen. An einigen Stellen werden Querungshilfen in die Fahrbahn integriert, die die Anwesenden für weitgehend überflüssig hielten, außerdem ändert sich an einigen Stellen die Radwegführung. Und an der Kreuzung Römerstraße/Husarenweg, direkt beim Augustinum, sollen die Ampeln weg und ein Mini-Kreisverkehr hin.

Unverantwortlich sei das an dieser Stelle, fanden mehrere Bürger. Die alten Leute aus dem Seniorenheim müssten dort auf Sicht mindestens zwei Straßen überqueren, wenn sie zur Bushaltestelle wollten. Außerdem bestehe die Gefahr, dass dann mehr Verkehr über die Husarenstraße fahre, wenn dort die Wartezeit an der Ampel wegfällt.

Besser sei es, die Kreuzung zu lassen, wie sie ist. Die Anwesenden sprachen sich dafür aus, das Verfahren zu vertagen und die Anwohner mit einzubeziehen. Kox und Esch versprachen, das mit in die Bezirksvertretungssitzung am Dienstag zu nehmen, auf der über diesen Punkt beraten werden soll.