1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Aggressive Personalsuche: Auch DRK und Malteser kämpfen in Bonn um Personal

Aggressive Personalsuche : Auch DRK und Malteser kämpfen in Bonn um Personal

Es soll den Rettungsdienst attraktiver machen: Das DRK spricht in seinen Stellenangeboten offen von einem "Willkommensgeld". Auch die Konkurrenz wirbt aggressiv um Personal.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) zahlen Prämien an ihre Mitarbeiter im Rettungsdienst. Damit wollen sie den Job das Notfallsanitäters attraktiver machen und Personal gewinnen, das auf dem angespannten Arbeitsmarkt begehrt ist. Der Arbeiter-Samariter-Bund verteilt keine Boni.

Das DRK spricht in seinen Stellenangeboten offen von einem „Willkommensgeld“: 2000 Euro erhalten alle neuen Mitarbeiter im Rettungsdienst, wenn sie ihre Probezeit beim DRK beendet haben. Wie berichtet, wirbt das Rettungsdienstunternehmen Falck in Bonn aggressiv um Personal. Nach Informationen des General-Anzeigers fordert es seine Mitarbeiter auf, Kollegen der Bonner Hilfsorganisationen abzuwerben, und belohnt Werber mit 1000 und Geworbene mit 3000 Euro.

Schon im Juni lobte die Malteser-Geschäftsführung für den Bezirk Rheinland eine „Vermittlungsprämie für die Gewinnung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ aus. „Sie zielt aber nicht darauf ab, Retter von anderen Hilfsorganisationen abzuwerben, sondern richtet sich vor allem an Schulabgänger und Arbeitslose“, sagt Kai Vogelmann von der Landesgeschäftsstelle NRW.

Laut Vogelmann sei es jedem Kreisverband selbst überlassen, diese Prämie zu zahlen. Demnach haben sich Köln und Düsseldorf dafür entscheiden, Bonn und Rhein-Sieg dagegen. „Das haben wir hier noch nie gemacht und wir werden Kollegen auch nicht aktiv abwerben“, sagt Michael Krämer, Kreisgeschäftsführer beim MHD im Rhein-Sieg-Kreis. Seiner Ansicht nach ist die Prämie keine geeignetes Mittel, um Personal zu gewinnen. Sie behebe nicht den Mangel an Personal, sondern sorge für Personalverschiebung. Zudem würde ein Mechanismus in Gang gesetzt werden, „bei dem das Ende der Fahnenstange nicht abzusehen ist“.