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Kommentar zur Sanierung der Beethovenhalle: Aus Fehlern lernen

Kommentar zur Sanierung der Beethovenhalle : Aus Fehlern lernen

Die Kosten für die Modernisierung der Beethovenhalle steigen weiter. Ging die Stadt im Januar noch von etwa 61,5 Millionen Euro aus, musste sie den Ratspolitikern in der ersten Juniwoche eine erwartete Budgetüberschreitung um rund 2,5 Millionen Euro melden.

Es kommt genau so, wie es zu befürchten war: Die Modernisierung der Beethovenhalle wird teurer, als die Stadtverwaltung gehofft hat. Aus gutem Grund betonte sie stets, dass die Kostenberechnung von 60 Millionen Euro eine Schwankungsbreite von plus oder minus 20 Prozent habe. Dass es am Ende eine Abweichung nach unten geben könnte, hat ohnehin niemand zu träumen gewagt.

Bauen im Bestand ist immer riskant. Auch bei der Beethovenhalle mussten sich die Planer zum Beispiel schon mit unerwarteten Asbestfunden herumschlagen. Und an der jüngsten Kostenexplosion trägt das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) wohl ebenso wenig Schuld: Der Bauboom in der ganzen Bundesrepublik sorgt dafür, dass die Firmen sich ihre Aufträge aussuchen und höhere Preise verlangen können. Ähnliche Erfahrungen macht die Deutsche Bahn gerade bei ihren Ausschreibungen für die Sanierung des Hauptbahnhofs.

Um so wichtiger für die Beethovenhalle, dass das SGB seine Aufgabe als Bauherr optimal erfüllt. Frühere Projekte wecken Zweifel, ob die Gebäudemanager das hinbekommen. Das Rechnungsprüfungsamt hat den skandalträchtigen Bau des Hauses der Bildung genau durchleuchtet. Dass der zuständige Ratsausschuss den Bericht, aus dem Konsequenzen gezogen werden müssen, diese Woche nur oberflächlich diskutiert hat, ist deshalb verwunderlich. Das SGB hat gewaltige Projekte wie die Sanierung der Oper vor sich. Die Kommunalpolitiker sollten mit Argusaugen darauf achten, dass es die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt. Gut, dass die Ratskoalition das Thema in der nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung holt.