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Dialogbus macht Station: Autobahn GmbH Rheinland auf Beruhigungstour durch Bonn

Dialogbus macht Station : Autobahn GmbH Rheinland auf Beruhigungstour durch Bonn

Stattdessen eines Ansturms gefrusteter Autofahrer gab es bei der ersten Station der Dialogbus-Tour der Autonbahn GmbH Rheinland auf dem Vorplatz der Kreuzkirche in Bonn sachliche Gespräche mit informierten Bürgerinnen und Bürgern.

Man hatte mit wesentlich mehr Aufregung gerechnet, angesichts der bevorstehenden Straßenbauprojekte. Aber ein Ansturm gefrusteter Autofahrer blieb aus. Insgesamt seien am Samstag zwischen 9 und 14 Uhr nur rund 50 Menschen auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Autobahn Rheinland zugekommen. „Allesamt sehr angenehme Gespräche“, wie Bernd Aulmann von der Stabsstelle Kommunikation bestätigt. An den beiden folgenden DialogBus-Anlaufstellen am Münsterplatz sowie am Tannenbusch-Center erwarte man deutlich mehr Zulauf. Schon allein wegen der Nähe zur Baumaßnahme werde es in Tannenbusch erfahrungsgemäß zu mehr Anfragen und Kontakten kommen.

„Es sind neben den Großprojekten schon bald umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen in Tannenbusch geplant“, so Aulmann. Die angehenden Lärmschutzmaßnahmen für die A565 sollen sich dabei bis zu ihrem Ausläufer in die Reuterstraße ziehen. Um präzise Anschaulichkeit zu gewährleisten, wird bei den Terminen eine etwa 1,8m x 1,8m große Abbildung einer Luftaufnahme Bonns platziert. Wie ein die Bundesstadt umgebender Rahmen wirken die darauf blau markierten Autobahnen A59, A565, A555 und A562.

Die häufigsten gestellten Fragen, zu denen die Mitarbeiter der Autobahn GmbH-Mitarbeiter Stellung nehmen müssen, beziehen sich auf die hohe Frequentierung von Straßenbaumaßnahmen und die Zunahme von Stauaufkommen in und um Bonn. „Zurzeit gibt es in der Tat viele Baustellen und Staus in Bonn. Die Gründe dafür sind leicht zu benennen – viel mehr Verkehr und hoher Sanierungsbedarf“, erklärt Aulmann. Ein Zustand, dessen Ende so bald nicht in Sicht ist. Autobahnen müssen saniert und verbreitert, Brücken verstärkt und neu gebaut werden. Viele Bauarbeiten sollen demnächst zeitgleich stattfinden.

Um dieses anspruchsvolle Aufgabenpaket zu bewältigen, startete die Außenstelle Euskirchen der Autobahn GmbH das Projekt „bonnbewegt“ -in Kooperation mit der Stadt, dem Rhein-Sieg-Kreis und anderen Verkehrsträgern. „Die Koordination zeitgleicher Maßnahmen bedarf vorausschauender Planung. Nur so können die Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden“, betont Hans-Werner Seul von der Außenstelle Euskirchen. Besonders akut ist der Sanierungsfall „Tausendfüßler“. 1959 in Betrieb genommen, hält die Hochstraße der heutigen Verkehrsbelastung kaum noch stand.

Rund 90.000 Kfz fahren jeden Tag über diese Straße. Zwar wurde es bereits verstärkt, wird jedoch nächstes Jahr das rechnerische Ende seiner Restnutzungsdauer erreicht haben. Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A565 zwischen Bonn-Endenich und Bonn-Nord wird es daher zu einem Ersatzneubau kommen. „Nachdem das Planfeststellungsverfahren 2020 abgeschlossen wurde, müssen nun noch die zahlreichen Einwendungen bearbeitet werden“, so Aulmann.

Ein endgültiger Beschluss wird für Ende 2022 erwartet. Die Bauzeit soll sich voraussichtlich bis zum Jahr 2032 erstrecken und 293 Millionen Euro kosten. Weitere geplante Maßnahmen sind unter anderem der Neubau des „Endenicher Eis“, sowie eine Komplettsanierung der Autobahnbrücke Bonn-Nord, um diese bis zum geplanten Neubau 2030 tüchtig zu halten. Der Neubau des Endenicher Eis, also die Überführung der B56 über die A565, soll bereits im Frühjahr 2023 beginnen.

Die charakteristische Ei-Form der beiden Brücken wird dabei durch eine lineare Bauform ersetzt. „Verständlicherweise gab es heute angesichts solcher Großprojekte einige Nachfragen besorgter Bürger. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir im Rahmen einer freundlichen Gesprächsatmosphäre viele dieser Sorgen mildern konnten“, erklärt Aulmann.

Halbwegs optimistische Nachrichten hat die Autobahn GmbH hinsichtlich der noch anhaltenden Autobahnsperrungen in Folge der Flutkatastrophe. „Wir rechnen damit das die A61 noch dieses Jahr wieder befahrbar sein wird. Bei der A1 und A553 kann es noch bis Anfang nächsten Jahres dauern“, sagt Seul. Der Dialogbus der Autobahn GmbH Rheinland steht am kommenden Dienstag und Mittwoch am Tannenbusch-Center , Oppelner Str. 128 von 09-13 Uhr und am Münsterplatz von 14-17.30 Uhr.

Jakub Drogowski

Info.

Die Infrastrukturgesellschaft „Autobahn GmbH des Bundes“ wurde im Zuge der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung gegründet. Wie gesetzlich vorgesehen hat die Autobahn GmbH planmäßig am 1. Januar 2021 die Ausführung von Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, vermögensmäßige Verwaltung und Finanzierung der Bundesautobahnen übernommen. Alleiniger Eigentümer der Gesellschaft ist der Bund. Grundlage ist das 2017 in Kraft getretene Infrastrukturgesellschaftserrichtungsgesetz. Im Zuge der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen einigten sich die Länder und der Bund unter anderem auf die Reform der Bundesfernstraßenverwaltung. Der Bund bleibt weiterhin gemäß Art. 90 I Grundgesetz Eigentürmer der Autobahnen, wird in diesen Belangen jedoch von der Autobahn GmbH vertreten. Damit endet die bisherige Auftragsverwaltung der Bundesautobahnen durch die Länder. Der Nordrheinwestfälische Landesbetrieb „Straßenbau NRW“ (straßen.nrw) behält weiterhin die Verantwortung für die Betreuung des sonstigen überörtlichen Straßennetzes. Laut Bundesverkehrsministerium ist das Ziel der Eingliederung der Autobahnen in die Bundesverwaltungen „Aufgaben zentral zu bündeln, die Leistungsfähigkeit der Autobahnen zu stärken und effizientere Abläufe zu gewährleisten, damit alle Autobahnnutzer von einer modernen, sicheren Infrastruktur profitieren.