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Autokino in Bonn: Freiluftkino in Dottendorf startet am 14. Mai

Film und Comedy in Bonn : Autokino in Dottendorf startet am 14. Mai

Das Bonner Autokino in Dottendorf startet mit seinen Vorführungen am 14. Mai. Das Endenicher Rex kümmert sich um die Filme, Pantheon und Springmaus steuern Comedy bei. Der Vorverkauf beginnt bereits an diesem Samstag.

Es braucht schon noch etwas Phantasie, um sich statt der Mondlandschaft auf dem früheren Miesen-Areal ein Autokino mit 300 Fahrzeugen vorstellen zu können. Doch nicht nur der Bagger, der am Dienstag an der Christian-Miesen-Straße anrollte, kündet davon, dass sich das bald ändert.

Wie der Veranstalter, der Siegburger Technik-Dienstleister Sound and Light, mitteilte, soll es am 14. Mai losgehen. „Wir kooperieren mit dem Rex-Kino, dem Pantheon Theater und dem Haus der Springmaus“, nannte Sebastian Tünnerhoff Details. Jetzt, nachdem die Genehmigung der Stadt vorliegt, kann er mit Geschäftspartner Frederik von Bossel in die heiße Planungsphase eintreten. Die beiden 30-jährigen Bonner wollen auf einer 20 mal 8,5 Meter großen LED-Wand an sechs Tagen in der Woche Kinofilme zeigen. Der siebte Tag, der Montag, ist reserviert für Comedy und Theater.

Vorverkauf startet am 9. Mai

Der Vorverkauf startet an diesem Samstag. Unter der Adresse bonn-autokino.de gibt es dann die Tickets samt Programmübersicht. „Der Eintritt kostet pro Auto 24 Euro, erlaubt sind maximal zwei Erwachsene“, sagte Tünnerhoff. Die Ausnahme bilden Familienvorstellungen an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen um 15 Uhr, bei denen zusätzlich drei Kinder mitkommen dürfen. Sie zahlen von vier bis 14 Jahren 5,50 Euro. Die regulären Vorführungen planen die Bonner für 19 Uhr, den Spätfilm freitags und samstags um 22 Uhr.

„In der Zeit des Stillstandes wollen wir mit unserem Projekt dem Bonner Kinoleben und der örtlichen Veranstaltungsbranche neue perspektivische Möglichkeiten geben“, begründete Tünnerhoff den Schritt. Denn auch seine Firma mit 20 Mitarbeitern sei (noch) zu 100 Prozent auf Kurzarbeit. Wirtschaftlich nicht viel besser sieht es beim Endenicher Rex Kino  aus. „Deshalb freue ich mich sehr über die Kooperation“, sagte Geschäftsführer Dieter Hertel auf Anfrage. Zumal für den überzeugten Cineasten Filme auf die Leinwand gehören und nicht „in die Anonymität des Internets“.

Da die Verleiher alle neueren Filme zurückgestellt hätten, gebe es große Filme der letzten Zeit wie die „Känguruh-Chroniken“. Für sich selbst hat er den Mittwoch als Rex-Abend ausgehandelt. „Da kann ich meine besonderen Arthaus-Filme zeigen“, erzählte Hertel begeistert. Am 20. Mai will er mit dem vielfach ausgezeichneten „Systemsprenger“ ins Rennen gehen.

Pantheon und Springmaus steuern Comedy bei

Endlich wieder etwas tun zu können, war ein Grund, warum sich Andrea Heister, künstlerische Leiterin der Springmaus, angeschlossen hat. „Zudem verschaffen wir den Künstlern Aufrittsmöglichkeiten“, sagte Heister, die ausführte, ihr Haus verdiene selbst nichts daran. Drei Termine hat sie erstmal am Comedy-Montag bekommen; Zusagen gibt es unter anderem von RebellComedy (18.05.) und Abdelkarim (25.07.).

Für Martina Steimer, künstlerische Leiterin des Pantheon, hat das ganze Projekt etwas von „Zusammenstehen und Solidarität zeigen“. Am 25. Mai präsentiert sie „Die Feisten“, am 29. Juni kommt Jürgen Becker. Besucher zahlen 59,50 Euro pro Auto. Steimer begrüßte, dass die Stadt das Angebot begrenzt habe – bis zur Kino-Wiederöffnung oder auf drei Monate. Auf Nachfrage sagte Isabel Klotz vom Presseamt, dass es keine Chance auf Verlängerung gibt: „Die baurechtliche Genehmigung für fliegende Bauten endet nach drei  Monaten.“ 

Bonner Woki-Kino kritisiert „Pop-Up-Autokinos“

Unterdessen haben die Betreiber des Bonner Woki-Kinos in einem emotionalen Facebook-Post die „Goldgräberstimmung“ von Event-Agenturen in Sachen „Pop-Up-Autokinos“ kritisiert. „Dass dort jetzt Filme gezeigt werden, erschwert uns die Zeit nach der Wiedereröffnung“, sagte Prokurist Vincent Bresser auf Nachfrage. Viele Kinobetreiber fühlten sich unter Druck gesetzt von den Agenturen: „So richtig mitmachen wollen, tun die wenigsten“, meinte Bresser. Er betonte, man sei keinesfalls eingeschnappt, sondern habe sich bewusst gegen eine Teilnahme entschieden.