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Neuer Winterfahrplan im Rheinland: Bahn verspricht Vorteile für Pendler

Neuer Winterfahrplan im Rheinland : Bahn verspricht Vorteile für Pendler

Von diesem Sonntag an gilt der neue Winterfahrplan der Bahn. Die Änderungen betreffen viele Nahverkehrszüge aus der Region Bonn und Rhein-Sieg.

Die Bahn und der Winter – das war in den vergangenen Jahren nicht immer eine sonderlich harmonische Beziehung. Vereiste Oberleitungen und daraus resultierende Verspätungen und Zugausfälle oder kapitulierende Heizungsanlagen sind manchem Fahrgast in lebhafter Erinnerung geblieben.

Jetzt soll der anbrechende Winter für Reisende aber zunächst einmal nur Vorteile bringen. Denn mit dem Fahrplanwechsel, so verspricht es die Deutsche Bahn (DB), würden der Nahverkehr gestärkt und Pendlerstrecken im Rheinland entlastet. Für die Kunden bedeutet dies, dass sie sich an neue Taktungen und Abfahrtszeiten gewöhnen müssen. An diesem Sonntag, 11. Dezember, tritt der neue Fahrplan in Kraft.

Rund eine Million Fahrgäste befördert die Deutsche Bahn im – täglichen – Regionalverkehr durch Nordrhein-Westfalen. Ihr Marktanteil von rund 70 Prozent wird im kommenden Jahr mutmaßlich leicht sinken, wenn der neue Rhein-Ruhr-Express zwischen dem Ruhrgebiet und Düsseldorf den Betrieb aufnimmt.

Doch mit dem Winterfahrplan dehnt auch die DB ihr Angebot auf dieser Ader aus: So wird es zwischen Landeshauptstadt und den Ruhrmetropolen einen annähernden 20-Minuten-Takt geben.

6 Verlängerung des RE 6

Eine neue Fernverbindung berührt die Bonner Region durch die Verlängerung des bisherigen RE 6 zum Rhein-Weser-Express. Verstärkt wird auch das Angebot auf der viel genutzten Bahnstrecke nach Brüssel. Auf der Linie von Frankfurt über Köln und Aachen in die belgische Hauptstadt fahren die ICE ab sofort sechs bis sieben Mal pro Tag und nahezu im Zwei-Stunden-Takt.

Von und nach Amsterdam sind ebenfalls mehr Schnellzüge unterwegs. Die Frühverbindung mit Ankunft um 9.30 Uhr in Amsterdam kommt nach Bahnangaben wieder. Auf dem Weg in die Niederlande halten alle Züge dieser Linie in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen. Zudem erhalten Städte wie Recklinghausen, Gelsenkirchen und Münster am Nachmittag eine direkte Verbindung nach Berlin. Für die Menschen in Bonn und Umgebung sind dies die wichtigsten Veränderungen:

5 RE 5

Wer bislang die Direktverbindung von Koblenz bis nach Emmerich schätzte, muss sich umgewöhnen: Der Zug endet fortan bereits in Wesel. Wer weiterfahren möchte, muss in den RE 19 umsteigen.

6 RE 6

Der Regionalexpress aus Minden endet nicht länger in Düsseldorf, sondern wird als „Rhein-Weser-Express“ über Neuss und Köln bis zum Flughafen Köln/Bonn weitergeführt, so dass man von dort nun ohne umzusteigen bis ins Weserbergland fahren kann. Er ersetzt den bisherigen RE 6a. Die Bahn verspricht: „Zwischen Düsseldorf und Flughafen Köln/Bonn steigt das Platzangebot um 50 Prozent. Durch den Einsatz von Doppelstockzügen erhöht sich die Zahl der Sitzplätze auf diesem Abschnitt von rund 400 auf rund 600 pro Zug.“

12 RE 12

Veränderte Abfahrtszeiten gelten für den „Eifelexpress“, mit dem es über Euskirchen und entlang der Kyll von Köln nach Trier geht. In Fahrtrichtung Trier startet der Zug in Köln-Messe/Deutz künftig eine Stunde später, also um 13.56 statt um 12.56 Uhr. Am Sonntagmorgen verkehrt der Zug nach Trier rund eine Stunde früher als bisher (neue Abfahrt in Köln-Messe/Deutz um 8.56 Uhr). In der Gegenrichtung fährt der bisher um 8.25 Uhr verkehrende Zug von Trier nach Köln künftig eine Stunde früher los (7.25 Uhr ab Trier, Ankunft in Köln-Deutz um 10.57 Uhr).

25 RB 25

Sie ist die wichtigste Verbindung zwischen Rhein- und Sauerland und beispielsweise unter Studenten der Universitäten in Bonn und Köln beliebt. Für die Heimfahrten können diese sich nun auf die Herstellung eines Stundentaktes an Sonntagen durch zwei zusätzliche Züge ab Köln Hansaring um 8.21 Uhr und 9.21 Uhr freuen.

Dafür entfällt der bisherige Zug um 8.51 Uhr ab Köln Hansaring, aber auch der halbstündige Aufenthalt in Gummersbach zur Weiterfahrt ins sauerländische Meinerzhagen. Mit der Verlängerung von zwei Zügen bis Meinerzhagen besteht künftig außerdem täglich um 22.46 Uhr und 23.46 Uhr eine Fahrtmöglichkeit von Marienheide nach Meinerzhagen. In der Gegenrichtung nach Köln verkehrt künftig täglich außer samstags ein zusätzlicher Zug von Meinerzhagen (23.03 Uhr) nach Dieringhausen (23.29 Uhr).

39 RB 39

Vor allem die frühen Pendler am Samstag werden die Veränderungen auf der Ahrstrecke zwischen Ahrbrück, Dernau und Remagen registrieren. Samstags gibt es einen zusätzlichen Zug von Remagen (5.11 Uhr) nach Dernau (5.36 Uhr). Der Samstagszug von Kreuzberg (5.28 Uhr) nach Dernau (5.40 Uhr) fällt weg.

Wie komplex die Überarbeitung eines Fahrplans ist, verdeutlicht die DB in einer Pressemitteilung: So hätten hinter den Kulissen 140 Mitarbeiter daran mitgewirkt. Und auch die Techniker haben im Zuge des Fahrplanwechsels alle Hände voll zu tun: So sollen laut DB insgesamt mehr als 200 Doppelstockwagen sukzessive einer Runderneuerung unterzogen werden.

Arbeiten bis März 2017 abgeschlossen

„An rund 175 Fahrzeugen sind diese Modernisierungsmaßnahmen bereits umgesetzt“, meldet die Bahn. Die meisten Arbeiten an den übrigen Doppelstockwagen sollen bis März 2017 abgeschlossen sein. Dabei werden die Fahrzeuge grundgereinigt. Einzelne Fahrzeuge werden im Laufe des Jahres 2017 zudem komplett neu lackiert. Im Fahrzeuginneren werden Kopfstützen und Sitzpolster erneuert, defekte oder beschädigte Armstützen und Griffe ersetzt sowie Fensterscheiben von hässlichen Kratzspuren befreit.