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Wasserland in Dottendorf: Baukosten für neues Schwimmbad in Bonn weiter unklar

Wasserland in Dottendorf : Baukosten für neues Schwimmbad in Bonn weiter unklar

Die Stadtwerke stellen den Architektenentwurf vor. Der umfasst zwei 25-Meter-Becken, mehrere Lehrschwimmbecken und einen eigenen Freizeitbereich. SWB-Chef Weckenbrock: „Ich glaube nicht, dass das neue Bad an den Finanzen scheitert“

Der Architekturentwurf ist ausgewählt, doch die Baukosten bleiben weiter unklar: Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Weckenbrock hat am Dienstag gemeinsam mit der 4a Architekten GmbH die aktuellen Pläne für das neue Schwimmbad „Wasserland“ in Dottendorf vorgestellt, das die SWB bauen und betreiben sollen. Die Höhe der Investition wollte Weckenbrock noch nicht beziffern.

Die Planungen würden mit Hilfe der späteren Nutzer noch verfeinert, so der Manager. „Ich weiß, die Baukosten stehen öffentlich im Fokus. Sie sind aber nur eine Zeile in diesem Businesscase.“ Zur Wirtschaftlichkeitsberechnung des Projekts gehörten noch viele andere Parameter, die wie die Öffnungszeiten und Eintrittspreise noch nicht festgelegt seien. Zahlen wollen die SWB nennen, wenn sie dem Rat und ihren Aufsichtsräten im Dezember ein entscheidungsreifes Konzept vorlegen. „Ich glaube nicht“, sagte Weckenbrock auf Nachfrage, „dass dieses Projekt an den Finanzen scheitern wird.“ Die Eintrittspreise sollen Teil der Ratsvorlage werden. Sie dürften laut Weckenbrock höher als in den übrigen städtischen Bädern liegen, weil das Angebot im Wasserland attraktiver werden soll als in den alten Bädern.

„Die Baukosten liegen noch nicht auf dem Tisch“, bestätigte auch Ulrich Tillmanns von 4a Architekten. Die Nutzerwünsche hätten Einfluss auf die Summe. Grundsätzlich gelte: „Größe kostet, kleiner ist preiswerter.“ Tillmanns Büro hat der Vorgabe Rechnung getragen, dass der Neubau sowohl die Bedürfnisse der Familien als auch die der Schulen und Schwimmvereine erfüllen muss. Die etwas verspielte Dachgestaltung, die beim Architektenwettbewerb in der Jury als nicht zeitgemäß kritisiert worden war, haben die Stuttgarter angepasst – der Entwurf zeigt nun klarere Linien.

Beheiztes Außenbecken soll auch im Winter nutzbar sein

So soll das Bad gegliedert sein: Sportler und Schulklassen bekommen eine Halle mit 25-Meter-Becken (zehn Bahnen), eigenem Eingang, separaten Umkleiden und Zuschauertribüne mit rund 300 Sitzplätzen. Dieser Teil der Halle soll auch genutzt werden können, ohne den Rest des Gebäudes zu öffnen – das senkt den Personalaufwand, so Weckenbrock.

Ein weiteres 25-Meter-Becken mit acht Bahnen und Sprunganlage kann sowohl von Sportlern als auch von Freizeitschwimmern genutzt werden. Dazu kommen kleinere Lehrschwimm- und Fitnessbecken. Im reinen Freizeitbereich des Bades sind drei bis fünf große Rutschen, ein „Erlebnisbecken“ (300 Quadratmeter) mit runden Formen und Strömungskanal sowie ein Planschbecken (80 Quadratmeter) vorgesehen. Durch einen Kanal schwimmt man ins beheizte Außenbecken (200 Quadratmeter), das auch im Winter nutzbar sein soll. Die Sauna soll innen drei und in einem Außenbereich drei weitere Kabinen erhalten. Geplant sind 400 Parkplätze und 300 Stellplätze für Fahrräder.

Entwurf von 4a Architekten

Die Nutzungszonen der beiden Badehallen trennen die Architekten mit viel Glas voneinander. „Wir wollen offen wirkende Räume, in denen sich die Gäste gut orientieren können“, erläuterte Tillmanns. Für die Ausstattung der Hallen würden jetzt die richtigen „warmen“ Materialien gesucht. „Uns ist die Atmosphäre wichtig. In einem Schwimmbad sind die Gäste fast nackt und brauchen eine schützende Hülle.“ Holzlamellendecken sollen den Badelärm schlucken. Die hohen Glasfassaden garantieren einen schönen Blick auf die große Liegewiese, besonders in der Abendsonne, schwärmte Tillmanns. SWB-Chef Weckenbrock: „Wir wollen ein Bad bauen, dass für die Bonner auch in zwanzig Jahren noch attraktiv ist.“

Gemeinsam mit den Architekten bereitet das Bonner Büro Ulrich/Hartung nun die konkrete Entwurfs- und Genehmigungsplanung vor. Die nötige Änderung des Bebauungsplans steht im September in den Ausschüssen auf der Tagesordnung. Stimmt der Rat dem Projekt zu, soll 2018 der Bauantrag gestellt werden. Die Grundsteinlegung planen die Stadtwerke 2019, die Eröffnung 2020.