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Fahndungserfolg der Bonner Polizei: Beamte machen Fensterbohrer-Bande dingfest

Fahndungserfolg der Bonner Polizei : Beamte machen Fensterbohrer-Bande dingfest

Ende vergangenen Jahres machte die Bonner Polizei sechs sogenannte Fensterbohrer dingfest (der GA berichtete).

Gestern gab Stefan Thiel, stellvertretender Leiter des Einbruchskommissariats, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik weitere Einzelheiten bekannt. Die sechs Albaner, die im Alter von 19 bis 43 Jahren, sollen zwischen August und November 2015 zahlreiche Einbrüche begangen haben. Und das nicht nur in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, sondern bundes- und gar europaweit, wie ein Abgleich der Daten mit Europol ergeben hat.

Ihre Vorgehensweise: Häufig bohrten sie Löcher unterhalb von Tür- oder Fenstergriffen, führten einen Draht durch das Loch und legten so den Hebel um, erläuterte Thiel. Nachdem Delikte mit dieser per Einbruchstechnik im August 2015 plötzlich anstiegen, tauschten sich die Bonner Ermittler mit anderen Behörden aus. Eine Polizistin erkannte eine Verbindung nach Gera, wo Einbrecher nach demselben Muster vorgegangen waren. Die Spur führte zu zwei Albanern. Die beiden Asylbewerber lebten in einer Unterkunft in Gera; dort bezogen sie Sozialhilfe. Regelmäßig fuhren sie nach Bonn, wohnten in einem Hotel in der Altstadt und gingen auf Diebestour. Außer den beiden Verdächtigen gerieten vier weitere Männer, die sich illegal in Deutschland aufhielten, ins Visier der Fahnder.

In wechselnder Besetzung brachen die Verdächtigen in Häuser ein, teilweise sogar in der Nacht, zwischen 2 und 4 Uhr. „Das ist eher ungewöhnlich“, sagte Thiel. Am 23. November bereiteten die Ermittler dem kriminellen Treiben ein Ende: Sie durchsuchten unter anderem das Hotel und stellten Diebesgut sicher, hauptsächlich Geld und Schmuck, der über einen Hehler verkauft werden sollte. Der konnte zwar nicht ermittelt werden, die Beamten vermuten ihn aber in der Umgebung. Die Männer wurden in der Altstadt festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Sie sollen insgesamt rund 100 Einbrüche begangen haben.