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Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz in Bonn muss saniert werden

Bonner Münsterplatz : Das Beethoven-Denkmal muss saniert werden

Dem bronzenen Beethoven auf dem Bonner Münsterplatz geht es nicht gut. Die Stadt hat einige Korrosionen festgestellt, Wasser läuft hinein. Im Sommer muss die Statue nun vielleicht vom Sockel gehoben werden.

Das Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz soll diesen Sommer restauriert werden. Denn der bekannteste Sohn der Stadt ist nicht ganz dicht: Die Korrosionsschäden kamen bei einer Begutachtung im vergangenen Jahr heraus. Die Stellen, wo die Sonne besonders viel drauf scheint, sind am schlimmsten betroffen. Nun könnten dort Schmutz und Wasser hinter die Bronzeverkleidung gelangen. Allerdings ist den Experten bisher noch unklar, wie stark die Struktur der Statue angegriffen ist.

Um ein klareres Bild über den Zustand des Denkmals zu gewinnen, haben Mitarbeiter der Stadt am Mittwoch eine mehr als 200 Kilogramm schwere Seitenplatte entfernt. „Wir hatten den Sockel im Vorfeld bereits mit einem Endoskop untersucht“, sagte Hermann Krause von der Abteilung Bauunterhaltung des Städtischen Gebäudemanagements, der für den Erhalt der Denkmäler in Bonn und Beuel zuständig ist. „Zunächst hat unsere Gutachterin nur Wasser gesehen. Das hat uns überrascht.“

Das Ablassen des Regenwassers durch leichtes Abheben der Seitenplatte brachte noch keine Klarheit. „Wir entdeckten dann mit dem Endoskop eine Holzverschalung. Da waren wir dann erstmal ratlos“, sagte Krause „Wir wussten ja nicht genau, womit wir es zu tun haben.“ Was liegt wohl dahinter? Beethoven wurde bereits in den 1960er Jahren aufwändig restauriert. „Leider war es damals noch nicht üblich, Restaurierungsarbeiten zu dokumentieren“, so Krause. Selbst eine intensive Recherche in den Archiven brachte keine Erkenntnisse. „Heute wäre es undenkbar eine Restauration, ohne eine umfassende Dokumentation und ein genaues Restaurierungskonzept durchzuführen“ meinte der Experte.

Später machten sich die Männer auf dem Gerüst an der Seite daran, die durchnässte Holzverschalung hinter der Bronze wegzureißen und das dahinterliegende Betonfundament freizulegen. „Es ist uns leider nicht bekannt, wie die ursprüngliche Konstruktion aussah“, erklärte Metallrestauratorin Cordula Juffernbruch, die als Gutachterin hinzugezogen wurde. „Es könnte sein, dass die Statue ursprünglich auf einem gemauerten Innensockel stand.“ Aber auch das sei unbekannt.

„Statue wird regelmäßig beklettert“

Die Statik und die Standsicherheit des Komponisten ist für die Restauratoren von besonderem Interesse. „Zumal wir davon ausgehen, dass die Statue regelmäßig von Menschen beklettert wird“, erklärte Juffernbruch und verwies auf Bilder in den sozialen Medien, auf denen der Komponist mit Hüten oder Masken zu sehen ist. „Daher schauen wir uns die Verbindung von Statue und Fundament ganz genau an. Außerdem wollen wir den Kern des Betonfundamentes untersuchen, um bestimmen zu können, welche Maßnahmen nötig sind.“

Die jetzigen Ergebnisse sind Grundlage für die anstehende Restaurierung. Noch steht in den Sternen, ob die Skulptur vor Ort instandgesetzt werden kann oder ob die Arbeiten in einer Werkstatt durchgeführt werden müssen. Laut dem Bonner Presseamt soll auch die Außenhülle gereinigt und konserviert werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Land NRW haben bereits Fördermittel in Aussicht gestellt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich noch Sommer abgeschlossen sein. Dann strahlt Beethoven wieder, seinen mürrischen Blick auf die Passanten auf dem Münsterplatz wird er aber behalten.