Neubau an der Josefshöhe Beim Sport- und Begegnungszentrum geht es nicht vorwärts

Auerberg · Ohne langen Atem geht es nicht: Die Detailplanung für das Projekt im Bonner Norden lässt auf sich warten. Immerhin scheint es mit dem Naherholungsraum zwischen Bonn und Bornheim weiterzugehen. Aus der „Rheinaue Nord“ ist das Projekt „Rheingärten“ geworden.

An der Josefshöhe liegen städtische Häuser, die für ein Begegnungszentrum weichen sollen.

An der Josefshöhe liegen städtische Häuser, die für ein Begegnungszentrum weichen sollen.

Foto: Benjamin Westhoff

Licht und Schatten: So blickt der Auerberger Ortsausschuss vor der nächsten Bürgerversammlung am Donnerstag (siehe Kasten) auf die Entwicklung des Ortsteils in den vergangenen Jahren. In der vergangenen Woche hatte die Stadt interessierte Bürger in die „Auerberger Mitte“ eingeladen, um deren Wünsche und Anregungen zu den Plänen eines Naherholungsgebietes zwischen Auerberg/Graurheindorf und Bornheim-Hersel beziehungsweise dem Rhein und der B 9 anzuhören. Das Projekt firmiert derzeit unter dem Namen „Rheingärten“ (früher „Rheinaue Nord“).

Die Wiederbelebung einer Idee aus den 1980er Jahren beruht letztlich auf einem vor zwei Jahren erfolgreichen Bürgerantrag des Ortsausschusses, dessen Mitglied Jürgen Haffke sagt: „So weit wie heute waren wir noch nie.“ Bei der Umsetzung mangele es nicht am Willen der Beteiligten, sagt der Ortsausschuss-Vorsitzende Gert-Michael Schwaegermann. Allein die Lage mit Flächen auf Bonner und Bornheimer Hoheitsgebiet erschwere naturgemäß die Planung. Der Ortsausschuss sehe seine Aufgabe darin, als Bindeglied zu fungieren. Gespräche mit den Agrarwirten, die dort Land besitzen, habe man geführt. Auch um klar zu ziehen, dass die landwirtschaftlichen Flächen den Plänen nicht entgegenstehen. Angedacht ist beispielsweise das Setzen von Bäumen an den Feldwegen.

Wie eine unbelebte Steinwüste

Zufrieden ist man in Auerberg mit vermeintlichen Kleinigkeiten wie einer neuen Sportbox mit Spielgeräten auf dem Bürgerplatz an der Kopenhagener Straße, den dort gesetzten (noch kleinen Bäumen) und der Zusage des städtischen Tiefbauamtes, die Umbaupläne der Auerberger Mitte noch in diesem Jahr vorlegen zu wollen. Der Platz ist recht neu, gleicht aber einer unbelebten Steinwüste.

Weniger erfreulich ist aus Sicht von Schwaegermann und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern das empfundene Auf-der-Stelle-Treten beim Sport- und Begegnungszentrum, das nach einem Ratsbeschluss im Jahre 2022 an der Josefshöhe auf städtischem Grund entstehen soll. Der Ortsausschuss hatte der Stadt einen aus seiner Sicht sinnvollen Raumplan vorgelegt und damit einen Teil der Planungsleistung in ehrenamtlicher Arbeit übernommen. Die Zwischenberichte aus der Verwaltung seit diesem Beschluss sind nach Schwaegermanns Meinung nicht eben huldvoll für die Ehrenamtlichen. Das Sport- und Bäderamt teilte im Mai und Dezember vergangenen Jahres mit, das zuständige Städtische Gebäudemanagement habe nach seiner Kenntnis die Arbeit an der Planung noch nicht aufgenommen. In einer Stellungnahme aus diesem Monat heißt es: „Diese Maßnahme muss auf Grund der knappen personellen Kapazitäten zunächst priorisiert werden.“

Schwaegermann dazu: „Das ist natürlich eine Frage der Priorisierung.“ Die Bedeutung eines solchen Treffpunkts für den stark gewachsenen Stadtteil unterfüttert er mit Erkenntnissen aus dem neuesten Bonner Sozialbericht (von 2020). Nach dem Teilhabeindex, einem Instrument, mit dem die Stadt die Chancen der Bürger bemisst, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen, belegt Auerberg einen der letzten Plätze vor Tannenbusch, Dransdorf und Medinghoven.

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