Breite Mehrheit im Rat Bernhard Helmich bleibt Bonner Generalintendant

Bonn · Der Vertrag von Bernhard Helmich als Chef von Oper und Schauspiel wird bis 2028 verlängert. Die Ratsmehrheit kippt außerdem eine Sparvorgabe von 3,2 Millionen Euro, die vor Jahren beschlossen worden war.

 Der Vertrag von Bernhard Helmich ist verlängert worden.

Der Vertrag von Bernhard Helmich ist verlängert worden.

Foto: Benjamin Westhoff

Bernhard Helmich bleibt bis 2028 Generalintendant des städtischen Theaters. Der Rat hat am Donnerstagabend erwartungsgemäß mit breiter Mehrheit der Verlängerung des bis 2023 laufenden Intendantenvertrages um weitere fünf Jahre zugestimmt. Der Chef von Oper und Schauspiel soll künftig eng mit dem Jungen Theater zusammenarbeiten, um diese Bühne wirtschaftlich zu stärken. Auch mit dem Theater Marabu und der Brotfabrik soll Helmich, seit 2013 im Amt, kooperieren.

Der Rat hob gleichzeitig eine Sparvorgabe von 3,2 Millionen Euro für die städtischen Bühnen auf, die die damalige Mehrheit vor einigen Jahren beschlossen hatte. „Ratsbeschlüsse einfach so fallen zu lassen, ist keine seriöse Politik“, kritisierte Johannes Schott vom Bürger Bund Bonn, der ebenso wie die AfD die gesamte Vorlage zur Vertragsverlängerung ablehnte. Die FDP stimmte lediglich gegen das Detail der wegfallenden Sparauflage. Brigitta Poppe-Reiners (Rheingrün, ehemals Grüne) enthielt sich an dieser Stelle. Sie schätze Helmichs Arbeit, aber der Verzicht auf die 3,2 Millionen Euro sei in der angespannten Haushaltslage das falsche Signal. „Wir brauchen die Mittel anderswo“, so Poppe-Reiners. „Zum Beispiel für die klimagerechte Stadt und die freie Kulturszene.“

Städtische Zuschüsse bis 2028 festgelegt

Mit dem neuen Generalintendantenvertrag wird die Höhe der städtischen Zuschüsse für Oper und Schauspiel bis 2028 verbindlich festgezurrt. Der Rat kann in späteren Haushaltsberatungen nicht mehr daran rütteln. Die Zahlungen steigen demnach von aktuell 31,1 auf mehr als 35 Millionen Euro im Jahr 2028. Hintergrund sind die regelmäßig wachsenden Personalkosten. Diese Steigerungen trägt die Stadt. Helmichs eigene Bezüge ändern sich nicht. Er erhält 180.000 Euro pro Spielzeit. Dazu kommt noch eine Altersversorgung.

Der Rat segnete am Donnerstag zudem ein Projekt zur Zukunft der Theatergebäude ab. Fachbüros sollen Oper, Schauspielhaus und Halle Beuel zunächst Voruntersuchungen unterziehen, bevor entschieden wird. Dabei sollen die „Sanierungsfähigkeit der Liegenschaften“ sowie der nötige Umfang der Arbeiten ermittelt werden, wie es in der Vorlage heißt. Die Stadt will damit Probleme wie bei der Modernisierung der Beethovenhalle vermeiden.

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