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Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn: Anklage nach mutmaßlicher Auto-Attacke

Vorfall am Bertha-von-Suttner-Platz : Anklage nach mutmaßlicher Auto-Attacke in Bonn

Eine heute 25-Jährige soll im vergangenen August am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn einen 20-Jährigen bewusst angefahren und lebensgefährlich verletzt haben. Nun muss sie sich vor dem Bonner Amtsgericht verantworten.

Ob die Tat aus Angst oder Wut geschah, wird sich wohl erst vor Gericht klären: Am 25. August vergangenen Jahres sorgte ein nächtlicher Vorfall am Bertha-von-Suttner-Platz für Schlagzeilen. Mit ihrem Mitsubishi Colt war eine heute 25-Jährige in den frühen Morgenstunden an der Bushaltestelle in Richtung Kennedybrücke auf einen 20-Jährigen zugefahren. Nach der Kollision war der Man bewusstlos und musste stationär in einer Klinik behandelt werden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die gelernte Kauffrau erhoben. Voraussichtlich Anfang Herbst muss sie sich vor dem Bonner Amtsgericht verantworten.

Offenbar hatte die mögliche Attacke eine Vorgeschichte: Mit zwei Freundinnen soll die Angeklagte aus einem Club in der Innenstadt gekommen sein. Nachdem sich die jungen Frauen in einem Schnellrestaurant am Bertha-von-Suttner-Platz gestärkt hatten, sollen sie von zwei jungen Männern angepöbelt worden sein. Gegenüber den Ermittlern hat die 25-Jährige angegeben, dass die Männer sie mit anstößigen Äußerungen beleidigt hätten, während die Frauen zu ihrem an der Kölnstraße geparkten Auto gehen wollten.

Offenbar sahen die Frauen – mittlerweile hatten sie ihren Wagen geholt und waren auf dem Heimweg Richtung Kennedybrücke – die jungen Männer dann an der Bushaltestelle stehen. Was dann im Einzelnen genau geschah, wird vor Gericht zu klären sein. Laut Anklage fuhr die Angeklagte auf die Männer zu. Es entspann sich ein Gerangel, in dessen Verlauf ein Begleiter des Geschädigten gegen die Beifahrertüre getreten haben soll; auch wurde wohl die rechte Hintertür aufgerissen. Nun setzte die Fahrerin offenbar ihren Kleinwagen wieder zurück und touchierte dabei mit der offenstehenden Tür das Haltestellenhäuschen. Anstatt aber nun einfach den Ort der Auseinandersetzung zu verlassen, soll die junge Frau wieder den Vorwärtsgang eingelegt haben und auf den Geschädigten zugerast sein. Neben einer Gehirnerschütterung und diversen Hämatomen wurde der Bewusstlose auch wegen des Verdachts auf eine kleine Quetschung der Lunge in der Uniklinik behandelt.

Nach der Kollision verließ die Fahrerin sofort den Ort des Geschehens. Nicht zuletzt wegen des auffälligen Wagens, der mit großflächigen Werbeaufklebern versehen war, konnte die Polizei die Fahrerin im Bereich des Helmut-Schmidt-Platzes stoppen. Kurz nach acht Uhr wurde sie zunächst vorübergehend in Gewahrsam genommen.