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Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn: Razzia gegen Youtuber

Razzia in Bonn : Youtuber soll Verletzte erkennbar in Videos gezeigt haben

Ein 31-jähriger Youtuber aus Bonn steht im Zentrum einer Polizeiaktion am Mittwochmorgen am Bertha-von-Suttner-Platz. Der Mann soll gegen das Telekommunikationsgesetz verstoßen haben.

Ein 31-jähriger Youtuber aus Bonn stand am Mittwochmorgen im Zentrum einer Polizeiaktion am Bertha-von-Suttner-Platz: Rund anderthalb Stunden lang durchsuchten Polizisten und Mitarbeiter der Bonner Staatsanwaltschaft die Wohnung des Mannes in einem Mehrfamilienhaus.

Der 31-Jährige soll nach GA-Informationen  gegen das Telekommunikationsgesetz beziehungsweise Urheber- und Persönlichkeitsrechte verstoßen haben. Die Staatsanwaltschaft wollte das am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren. Auch der Youtuber wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.  Die Ermittler verließen die Wohnung des Mannes gegen 11.30 Uhr, unter anderem mit einem sichergestellten Notebook unter dem Arm.

Die Aktivitäten des 31-Jährigen sind vor allem bei Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr höchst umstritten. Denn er filmt seit Jahren etwa folgenreiche Unfalleinsätze, aber auch Polizeimaßnahmen und Razzien. Die dabei angefertigten Videos lädt er anschließend regelmäßig in einen eigenen Kanal im Internetportal Youtube hoch.

Dabei kam und kommt es immer wieder zu Beschwerden, weil er etwa Unfallbeteiligte oder Verletzte ungefragt und erkennbar in seinen Videos gezeigt hatte. Auch fiel der 31-Jährige wiederholt an Einsatzstellen auf, weil er sich nicht an Anweisungen der Polizei und Feuerwehr gehalten hatte.

Für besonderes, überregionales Aufsehen sorgte vor zwei Jahren der tragische Unfall auf einem Hof bei Euskirchen-Kuchenheim: Damals war ein Mann unter einen Traktor geraten und getötet worden. Der 31-jährige Youtuber wollte damals die Einsatzstelle filmen und geriet dabei in Streit mit zwei Polizisten, die gegen ihn einen Platzverweis ausgesprochen hatten.

Was die beiden Polizisten nicht wussten: Der Youtuber ließ die Videokamera während der sich nun entwickelnden, teils handfesten Auseinandersetzung heimlich weiterlaufen und stellte den Beitrag anschließend ins Netz. Aus seiner Sicht sei das Ganze nämlich „Polizeigewalt“ gewesen. Was ebenfalls bereits sei längerer Zeit den Argwohn der Staatsanwaltschaft erregt haben soll, ist der Verdacht, dass der 31-Jährige verbotenerweise den Funk von Einsätzkräften abhört, um so an Informationen für seine Video-Drehs zu gelangen. Nach GA-Informationen soll die Razzia am Mittwoch bereits die zweite gewesen sein.

Behörden wie die Bonner Polizei hatten zeitweise versucht,  dem Mann einen Zugang zu Unfallstellen zu verwehren. Letztlich ließ sich diese Linie nach Informationen dieser Zeitung aber nicht durchhalten, weil der 31-Jährige über einen Presseausweis verfügt. Auch soll der Mann bereits mehrfach gegen seinen Ausschluss als regulärer Pressevertreter juristisch vorgegangen sein.