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Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Bonn soll für 27 Millionen Euro saniert werden

Großbaustelle an der Schlesienstraße : Gesamtschule in Bonn soll für rund 27 Millionen Euro saniert werden

Das nächste Großprojekt in Bonn steht an: Das Hauptgebäude der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und deren Außenanlage soll für rund 27 Millionen Euro saniert werden. 1000 Schülerinnen und Schüler müssen in Container umziehen.

Viele Tausend Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulformen haben im Hauptgebäude der Bertolt-Brecht-Gesamtschule an der Schlesienstraße bisher die Schulbank gedrückt. 1963 errichtet, beherbergte das Gebäude erst das Tannenbusch-Gymnasium, dann die Hauptschule an der Düne, die 1998 in Bonns dritte Gesamtschule umgewandelt wurde. Voraussichtlich nächstes Jahr steht wieder ein Umzug für die Schüler und Lehrer an: Die Schule wird energetisch saniert. Die Kosten samt Wiederherstellung der Außenanlage beziffert die Verwaltung nun auf rund 27 Millionen Euro inklusive Risikozuschlag von 15 Prozent und jährliche Preissteigerungen.

Gebäude besteht aus acht Teilen

Bei der sechszügigen Bertolt-Brecht-Gesamtschule handelt es sich um einen Gebäudekomplex aus acht Gebäudeteilen, bestehend aus dem Hauptgebäude, einem Anbau, der 2003 errichtet wurde sowie der Aula und drei Turnhallen. Die Dreifach-Turnhalle stammt ebenfalls aus 2003 und ist derzeit nach einem Brand im August nicht nutzbar. Vermutlich wird sie wie die beiden anderen maroden Turnhallen auch abgerissen und neu gebaut werden müssen.

Alternative Sportmöglichkeiten fehlen seit dem Brand der Dreifach-Halle

Seit dem Brand fehlen für die Schüler der Gesamtschule, aber auch für viele Vereine, die die Dreifach-Halle ebenfalls genutzt haben, alternative Sportmöglichkeiten. Der Sportausschuss hat deshalb auf Antrag der CDU als Empfehlung an den Rat beschlossen, die Stadtverwaltung solle zeitnah Alternativen aufzeigen. In ihrer Stellungnahme teilt die Verwaltung mit, die Verwaltung prüfe die Bereitstellung von weiteren Zeiten in anderen Sporthallen. Hierbei stehe insbesondere die Anmietung von externen Kapazitäten im Vordergrund. Für die Sportkurse der Oberstufe werde die Bereitstellung von Zeiten im Schulzentrum Tannenbusch geprüft. Bis spätestens zum Beginn der Herbstferien soll die Prüfung abgeschlossen sein. „Die Verwaltung prüft aktuell auch, welche in der näheren Umgebung befindlichen Grundstücke für die Errichtung einer Interimsturnhalle in Betracht kommen“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

1000 Schülerinnen und Schüler müssen in Container umziehen

Weil das Hauptgebäude der BBG nicht im laufenden Schulbetrieb saniert werden kann, müssen während der Sanierung rund 1000 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte in Container umziehen. Eine wie in der Vorplanung angedachte Sanierung in zwei Bauabschnitten sei unter anderem aufgrund des Umfangs der erforderlichen Schadstoffsanierung und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen nicht mehr realisierbar. Daraus ergebe sich gegenüber der Kostenschätzung von 2019 in Höhe von rund 16 Millionen Euro (reine Sanierungskosten), als der Rat die Vorentwurfsplanung beschlossen hatte, „ein erhöhter, aber einschätzbarer Kostenaufwand“ von rund vier Millionen Euro. Weitere Kostensteigerungen begründet die Verwaltung unter anderem mit neu zu errichtenden Fluchttreppenhäusern und höherer Schadstoffbelastung als ursprünglich angenommen.

SPD: Sportplatz soll nicht für Container-Dorf genutzt werden

Bislang ist der Sportplatz der Schule als Standort für die zweistöckigen Containerklassen vorgesehen. Fenja Wittneven-Welter, Fraktionsgeschäftsführerin der SPD und sportpolitische Sprecherin der Ratsfraktion,hofft aber, dass aufgrund der gesperrten Dreifach-Turnhalle ein anderer Standort gefunden wird, damit der Sportplatz für die Schüler nutzbar bleibt. „Wir haben diesen Wunsch einvernehmlich im Sportausschuss der Verwaltung mitgeteilt.“

Fassade der Aula ist seit 15 Jahren verhüllt

Bleibt noch die Aula: Deren Fassade ist seit mehr als 15 Jahren verhüllt, um das Anfang 2000 sanierte Glasfassaden-Kunstwerk des Künstlers Johannes Schreiter vor Witterungseinflüssen zu schützen. Dafür war damals ursprünglich eine Glasfassade vorgehängt worden. Doch die Scheiben zersprangen und mussten wieder entfernt werden. Erst in diesem Jahr einigten sich die Stadt Bonn und die damals für die Fassade zuständigen Ingenieurbüros auf einen Vergleich, nachdem die Stadt 375.000 Euro als Schadensersatz erhalten soll. Wann die Aula saniert wird, ist der Vorlage indes nicht zu entnehmen. Die Verwaltung schreibt dazu lediglich: „Die Fassadensanierung der Aula erfolgt in einer separaten Maßnahme.“