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Nicht genug Pflege: Besucher ärgern sich über Zustand des Endenicher Friedhofs

Nicht genug Pflege : Besucher ärgern sich über Zustand des Endenicher Friedhofs

Lückenhafte Grabreihen und Stolperfallen: Die Endenicher ärgern sich über den Zustand des örtlichen Friedhofs. Sie vermissen eine wirklich „gärtnerische“ Pflege des Areals.

Der Radlader, der zuletzt auf dem Endenicher Friedhof für Ärger bei den Besuchern sorgte, ist wieder weg — die Stadt hatte ihn nachts zum Schutz vor Vandalismus in der Trauerhalle geparkt. Pietätlos, besonders in Corona-Zeiten, findet das Maria Schaaf, die in einem Brief an den General-Anzeiger aber nicht nur diese Unterbringungslösung kritisiert, sondern den Zustand der Anlage insgesamt bemängelt.

Der Friedhof sei früher eine Anlage gewesen, die man gerne besuchte, um Gräber zu pflegen und die Atmosphäre zu genießen. „Das alles hat sich seit zirka zwei Jahren leider sehr zum Nachteil verändert“, meint sie. Sie vermisse seit einiger Zeit eine wirkliche „gärtnerische“ Pflege der Grabstätten und der Hecken. „Manche zuvor von wem auch immer gepflegten Hecken oder Reste gefällter Bäume machen den Anschein, als sei ein Tornado durchgefegt.“ Tatsächlich wirken einige Hecken krank und nachlässig zurückgeschnitten.

Trauern auf einem "provisorischen Flickenteppich"

Besucher Gustav Majewski und seine Frau können all dem nur beipflichten. Der Zustand der Anlage leide seit der Privatisierung der Grünpflege, die früher von der Stadt vorgenommen worden sei, sagt er. Ihn stört vor allem der Wegebelag aus Erde mit einer dünnen Kiesschicht. „Das ist ein provisorischer Flickenteppich.“ Seine Frau habe vor allem bei Nässe Probleme mit ihrem Rollator. Die Stadt hatte verkündet, dass sie an einigen Stellen mit Kalksplitt nachbessern wolle. Darauf sei sie sehr gespannt, schreibt Maria Schaaf.

Zuletzt seien bei solchen Maßnahmen die Wege aufgewühlt worden. „Hat es dann auch noch geregnet, ist der Friedhofsbesuch nur noch mit Gummistiefeln oder ähnlichem derben Schuhwerk möglich, ansonsten versinkt man im Matsch.“

Festes Schuhwerk empfohlen: An einigen Stellen bilden sich nach stärkeren Regenfällen Pfützen. Foto: Stefan Knopp
Der Boden hinter der Trauerhalle ist an einer Stelle sichtbar aufgeplatzt. Foto: Stefan Knopp
Schönes Ambiente: Leider sieht der Endenicher Friedhof nicht überall so gepflegt aus wie hier. Foto: Stefan Knopp

Eine andere Besucherin, die auf dem Friedhof ein Grab pflegt, stimmt dem zu. „Man tut gut daran, mit festem Schuhwerk zu kommen“, sagt sie. Sie trage dort immer stabile Schuhe. Auch andere Details wie das Loch im Fundament der Trauerhalle an der Hainstraßenseite störten sie. Und Gustav Majewski weist noch auf einen anderen Mangel hin: „Die Toiletten sind immer verschlossen.“ Das sei auch schon vor der Corona-Krise so gewesen. Nun könnte man in einigen Punkten auch sagen, dass die Besucher überempfindlich seien. Ein Besuch des Friedhofs unmittelbar nach dem letzten stärkeren Niederschlag offenbarte keineswegs aufgeschwemmte Wege, und nach Regen sollte man jeden Friedhof eher mit festem Schuhwerk betreten.

Hinzu kommt, dass eine dickere Deckschicht, wie sie zum Beispiel auf dem Lessenicher Friedhof zu finden ist, zwar schöner aussieht, das Betreten mit Rollator aber nicht erleichtert. Die Kritik zeigt eher, wie sehr den Endenichern die Friedhofsanlage am Herzen liegt. „Es wäre wünschenswert, wenn sich die Zustände bessern würden und der Friedhof wieder ein Ort der Ruhe und der Natur mitten in der Stadt wird, der er früher war“, schreibt Maria Schaaf.