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Kölsch-Rock-Festival in Bonn: Besucher kritisieren Jeck im Sunnesching

Kölsch-Rock-Festival in Bonn : Besucher kritisieren Jeck im Sunnesching

Bei Jeck im Sunnesching lief einiges nicht glatt. Festivalbesucher kritisieren Probleme mit Bezahlkarten, das Wiedereintrittsverbot und fehlende Informationen für Behinderte.

Brüllende Hitze, 25.000 Menschen im Kölsch-Rock-Fieber: So hatten sich die Veranstalter von Jeck im Sunnesching 2019 das vorgestellt. Aber längst nicht bei allen Besuchern bleibt das Festival in den Rheinauen in guter Erinnerung, und die Teilnahme in diesem Jahr wird zumindest bei GA-Leserin Anke Lijic-Eschweiler wohl die letzte gewesen sein.

Dass im Lauf des Nachmittags die Cash Cards nicht mehr funktionierten und deshalb an allen Essens- und Getränkeständen mit Bargeld bezahlt werden musste, sei schlecht kommuniziert worden, kritisiert sie. Zudem hätten sich dadurch längere Schlangen an diesen Ständen gebildet – Bezahlung mit Geld dauert länger als ohne.

Dabei seien vereinzelt Menschen kollabiert. Von Seiten des Sanitätsdienstes habe es „keine negative Rückmeldung“ gegeben, sagt Michael Busemann, Pressesprecher der Agentur Die Koelner. Er verwies auf die großen Leinwände und Infotafeln, auf denen die Umstellung auf Bezahlen mit Bargeld mitgeteilt worden sei. Es habe technische Probleme mit den Karten gegeben. Auch nach dem Panama-Festival im Juli hatte es Ärger gegeben. Dort bekamen die Besucher ihr auf einen Chip geladenes Guthaben unmittelbar nach dem Festival zurück, sondern mit Verzögerung von bis zu vier Wochen.

Lange Schlangen an Ständen

Lijic-Eschweiler bemängelte auch, dass man das Gelände nicht wieder betreten konnte, wenn man es einmal verlassen hatte, etwa um vergessene Medikamente aus dem Auto zu holen. Ein System mit Bändchen oder Stempeln wäre gut gewesen. „Das ist mehrfach kommuniziert worden“, sagte Busemann. Aus logistischen und sicherheitstechnischen Gründen sei das nicht möglich gewesen. Man komme dann halt nicht mehr rein: „Das ist halt so.“

Ärgerlich war der Besuch für Leser, die mit ihrem geistig und körperlich behinderten Sohn dort waren. Sie durften einen Aluminium-Klapphocker nicht mit aufs Festivalgelände nehmen – aus Sicherheitsgründen und mit dem Hinweis, dass es genügend Sitzplätze gebe, berichten sie.

Dort hätten sie aber so weit vom Geschehen entfernt gesessen, dass sich der Aufenthalt nicht gelohnt habe und sie bald wieder abgezogen seien. Busemann gab dazu an, dass man ihnen offenbar nicht mitgeteilt hätte, dass es einen speziellen Bereich für Menschen mit Behinderung gab. Dafür sei an einer Seite der Hauptbühne ein erhöhter Bereich reserviert gewesen.

Auch im vergangenen Jahr hatte es bereits Kritik nach "Jeck im Sunnesching" gegeben.