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Familientag im Stadtmuseum: Besucher lernen die Entstehungsgeschichte Bonns kennen

Familientag im Stadtmuseum : Besucher lernen die Entstehungsgeschichte Bonns kennen

Eine kleine Kirche, um die sich ein paar Häuser scharten, viel mehr war Bonn am Anfang nicht - ein kleines Dörfchen in der Nähe eines römischen Militärlagers mit 6000 Legionären.

Immerhin, das belegen Münzfunde, gab es irgendwann zur Zeit der fränkischen Könige eine Münzprägestätte. Und das bedeutete, dass sie auf den Rundreisen durch ihr Reich hin und wieder hier einkehrten. Kinder und Erwachsene hörten gleichermaßen gespannt zu, was Karl-Ingo Weule gestern im Stadtmuseum über die Entstehungsgeschichte Bonns zu berichten hatte. Als die Wikinger im Jahr 882 zum ersten Mal auf ihren Raubzügen entlang des Rheins vorbeikamen, war Bonn immerhin schon ein kleines Städtchen, das diesen Kriegern aber nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Der Familientag unter dem Motto "Bonn im Mittelalter" war gut besucht. Die Gäste erlebten einen familienfreundlich verpackten Querschnitt durch 1000 Jahre Stadtgeschichte. Da erfuhr man, dass Bonn erst dreimal fast vollständig durch kriegerische Aktivitäten abbrennen musste, bevor Konrad von Are-Hochstaden durchsetzte, dass eine stabile Mauer drum herum gebaut wurde. Die mussten die Bürger zwar bezahlen, dafür durften sie aber auch Waffen tragen - ein Recht, das in anderen Städten nur die Adligen hatten. Diese Mauer war danach natürlich auch auf dem Stadtwappen zu sehen. Dieses Wappen konnten die Kinder gestern in Metallprägetechnik herstellen: Dafür galt es, vorbereitete Wappen mit Stiften auf Alufolie nachzuzeichnen, so dass das Muster in die Folie eingraviert wurde. Außerdem hatte der Nachwuchs Gelegenheit, mal mit echter Feder und Tinte zu schreiben. Dafür hatten die Museumsmitarbeiter die "diplomatische Minuskel" als Vorlage mitgebracht, die unter anderem kunstvoll verzierte Buchstabenverlängerungen aufweist. Wenn die Kinder genug gebastelt hatten, konnten sie sich mit mittelalterlichen Spielen wie Reifen treiben, Mühle und dem geschickten Schlagen von Bällen mit dem Holzhammer beschäftigen.

Für die Erwachsenen hatte Museumsmitarbeiter Weule neben Führungen zu Stadtentwicklung und kriegerischen Auseinandersetzungen, Handel und Handwerk sowie Familienleben und Kirche auch ein Mitmachprogramm vorbereitet: Sie konnten an einer Modenschau mit mittelalterlicher Kleidung teilnehmen und Tänze lernen, die früher Gang und Gäbe waren. Die Veranstalter hatten den Familientag mit viel Liebe vorbereitet. Nebenbei erhielten Bonner Familien auch mal Einblick in die Dauerausstellung, die die Einrichtung zu bieten hat.

Den nächsten Familientag veranstaltet das Stadtmuseum Bonn, Franziskanerstraße 9, am 23. Juni. Dann geht es bei Führungen, Workshops und einer Tanzrevue um das Thema "Bonn vor 100 Jahren".

Mehr zum Museum auf www.bonn.de/stadtmuseum.