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Verkehr in Bonn: Blitzeranhänger steht jetzt vor der Reuterbrücke

Verkehr in Bonn : Blitzeranhänger steht jetzt vor der Reuterbrücke

Die Radarfalle an der B 9 hat die Seite gewechselt. Sie steht jetzt nicht mehr vor der Bundeskunsthalle, wo sie laut Stadt nicht mehr so häufig ausgelöst hat. Der Blitzeranhänger geht nun schräg gegenüber an der Reuterbrücke auf Jagd nach Temposündern.

Der mobile Blitzeranhänger an der B 9 hat die Straßenseite gewechselt: Statt wie bisher vor dem Trajektknoten in Fahrtrichtung Bad Godesberg steht er nun vor der Reuterbrücke in Richtung Innenstadt. Grund dafür ist eine Entscheidung der Unfallkommission, aus deren Sicht dort keine Unfallhäufungsstelle wegen überhöhter Geschwindigkeit mehr besteht.

„Die städtische Unfallkommission hat aktuell beschlossen, dass die noch zu verzeichnenden Unfälle im Trajektknoten inzwischen auf unangepasste Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn oder auf Auffahren auf wartende Fahrzeuge zurückzuführen sind“, sagt Andrea Schulte vom städtischen Presseamt.

3 596 Blitze, 1,87 Millionen Euro Einnahmen

Dass der Blitzer nun auf der anderen Seite steht, sei damit zu erklären, dass es da oft krache. „Dort besteht ebenfalls eine Unfallhäufungsstelle, die auf zu schnelles Fahren als Unfallursache zurückzuführen ist“, so Schulte. Die Geschwindigkeitskontrollen sollen nun Abhilfe schaffen.

Kurz nachdem der Anhänger umgesetzt wurde, haben Unbekannte das schmale Sichtfenster mit Farbe besprüht. „Das kommt immer mal wieder vor“, heißt es von der Stadt, die den Anhänger gemietet hat. Laut Vertrag kümmere sich die beauftragte Firma um die Geräte, wozu auch die Reinigung und Reparatur nach Vandalismus gehören. Bei kleineren Verschmutzungen hilft die Stadt aus, bei hartnäckigen Schmierereien wird die Firma informiert.

Der Blitzeranhänger begleitete die Autofahrer schon einige Zeit an der B 9 in Höhe der Bundeskunsthalle: zunächst als Test im Juni 2016 und dann ab Juni 2017 bis Mitte vergangener Woche. In dieser Zeit hat er 93 596 Mal geblitzt. Ausgehend von einem durchschnittlichen Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro entspricht das Einnahmen von etwa 1,87 Millionen Euro. Anfangs löste er bis zu 600 Mal am Tag aus, mit der Zeit nahm diese Zahl immer weiter ab – die Autofahrer hielten sich an Tempo 50. Dabei spiele laut Stadt auch Sichtbarkeit eine große Rolle. Man solle den Blitz sehen, denn dann führen auch die 20 Autos dahinter langsam. Sogenannte Schwarzlicht-Blitzer, bei denen der Autofahrer das Auslösen am Straßenrand nicht erkennen kann, will die Stadt nicht aufstellen.

Was die Miete für den Blitzeranhänger kostet, dazu schweigt die Verwaltung. „Aus Vertragsgründen“, wie es heißt. Die gesamten Kosten für stationäre und mobile Geschwindigkeitsüberwachung, wozu auch die mobilen Blitzer in Autos gehören, lagen zuletzt zwischen 900 000 und einer Million Euro pro Jahr. Dazu zählen auch Wartung, Eichung und Personal für Bildauswertung.