1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bombendrohung in Bonn: Polizei war an Uniklinik im Einsatz

Tatverdächtiger ermittelt : Anrufer drohte mit Bombe an der Bonner Uniklinik

Am Montagmorgen hat es eine Bombendrohung gegen die Bonner Uniklinik gegeben. Die Polizei war mit Sprengstoffspürhunden und einem Bombenentschärfer im Einsatz. Kurze Zeit später konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden.

 Ein 59-jähriger Mann aus dem Ruhrgebiet soll am frühen Montagmorgen das Universitätsklinikum Bonn (UKB) anonym in einem Anruf mit einer Bombe bedroht haben. Nach der Alarmierung kontrollierten Polizeibeamte das weitläufige Gelände auf dem Venusberg. Neben drei Sprengstoffspürhunden war auch ein Bombenentschärfer des Landeskriminalamtes im Einsatz. Hinweise auf eine Bombe fanden die Kräfte aber nicht. Gegen 8.30 Uhr beendeten sie den Einsatz. Nach der Ermittlung des Tatverdächtigen leitete die Polizei ein Verfahren ein. Dem mutmaßlichen Anrufer könnten die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden.

Mutmaßlicher Täter hinterlässt digitalen Fußabdruck

Kriminalbeamte aus dem Bereich des Wohnortes vernahmen den Mann am Montag, berichtete Robert Scholten, Sprecher der Polizei Bonn. Aufgrund einer Rückverfolgung des Anrufes sei es der Polizei gelungen, den Mann als Verdächtigen ausfindig zu machen. Zudem habe es einen Hinweis des Sicherheitsdienstes des UKB auf einen weiteren Tatverdächtigen gegeben. Dieser sei aber unbegründet gewesen. Die Rückverfolgung des Anrufes und die Vernehmung des Tatverdächtigen seien aus Sicht von Scholten „schnell und gut“ verlaufen: „In Zeiten digitaler Technik gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die die Polizei nutzt. Dazu kontaktieren die Ermittler auch den Provider.“ Insgesamt seien 20 Kräfte der Polizei im Einsatz gewesen, etwa der Leitstelle Bonn, der Kriminalwache und der Dienstgruppe sowie der Bundespolizei mit einem Bombenspürhund. Zudem waren die Feuerwehr Bonn und der Rettungsdienst alarmiert worden.

Sollte der Täter überführt werden, müsste er mit einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den Einsatz. Dazu nannte Scholten ein Beispiel: „2015 gab es eine Bombendrohung in einem Baumarkt in Bad Godesberg. Die Einsatzkosten lagen hier bei etwa 22.000 Euro.“ Der 42-jährige Täter wurde zudem zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Häufig seien solche Anrufe nicht, sagte er. Allerdings sei der Bonner Hauptbahnhof schon häufiger Ziel solcher Bedrohungen gewesen.