Dr. Hans Riegel-Fachpreise Schüler werden in der Uni Bonn für herausragende Arbeiten ausgezeichnet

Bonn · 18 Schüler wurden am Mittwoch in der Universität Bonn mit dem Dr. Hans Riegel-Fachpreis für ihre herausragenden Arbeiten ausgezeichnet. Dabei ging es unter anderem um die Bewertung der Verkehrswende in der Region.

 Prorektor Klaus Sandmann (links) und Ingeborg Henzler, Vorstandsmitglied der Dr. Hans Riegel-Stiftung (rechts), mit den Preisträgern in der Aula der Uni Bonn.

Prorektor Klaus Sandmann (links) und Ingeborg Henzler, Vorstandsmitglied der Dr. Hans Riegel-Stiftung (rechts), mit den Preisträgern in der Aula der Uni Bonn.

Foto: Benjamin Westhoff

Hat Koffein eine leistungssteigernde Wirkung auf Schülerinnen? Wie lässt sich die Lichtgeschwindigkeit messen? Beeinflusst Kälte die Konzentrationsfähigkeit? Diese und weitere Fragen haben Schülerinnen und Schüler aus der Region in ihren Facharbeiten untersucht. Die besten von ihnen wurden am Mittwochabend in der Aula der Universität Bonn mit den Dr. Hans Riegel-Fachpreisen ausgezeichnet.

Schülerin aus Bonn forscht zu RNA-basierter Medizin

Zu den Preisträgern zählen durften sich auch Liv Franca Florentina Hille und Timon Graßmann. Die beiden 17-Jährigen aus Bonn und Troisdorf hatten die Jury in den Kategorien Chemie und Geografie überzeugt und jeweils den ersten Platz belegt. „Ich habe im Laufe der Arbeit gemerkt, dass es einfach immer noch mehr herauszufinden gibt und mein Quellenverzeichnis immer länger wurde“, beschrieb Hille den Entstehungsprozess ihrer Facharbeit.

Die Schülerin des Clara-Schumann-Gymnasiums hatte sich mit RNA-basierter Medizin befasst und erläutert, wie das Biomolekül richtig in das Immunsystem eingeschleust wird, um dort seine Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Krankheitserregern zu entfalten. Chemie-Professor und Laudator Robert Glaum lobte die Umsetzung des komplexen Themas im knappen Rahmen einer Facharbeit und hob heraus, dass diese den Vergleich mit den Bachelorarbeiten vieler Studierender nicht scheuen brauche.

Troisdorfer bewertet Verkehrswende-Konzepte

In einer ganz anderen Fachrichtung, aber nicht minder erfolgreich beworben hatte sich Timon Graßmann mit seiner Facharbeit „Alternativen zum Auto – Konzepte der Verkehrswende erklärt und evaluiert“. In dieser hatte der Schüler des Gymnasiums zum Altenforst die Bilanz von E-Autos, den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Luxemburg und die fahrradfreundlichen Verkehrsumsetzungen der Stadt Troisdorf als drei Verkehrskonzepte betrachtet und hinsichtlich ihrer Umweltbilanz bewertet. „Am Ende geht es nicht ohne ein Umdenken bei den Menschen“, lautete Graßmanns persönliches Fazit.

Dass es eine besonders herausragende Leistung war, war dem Troisdorfer während des Schreibens dabei gar nicht wirklich aufgefallen. Mit dem positiven Feedback des Lehrers und einer entsprechend guten Note im Rücken hatte sich der Schüler dann für die Bewerbung zum Dr. Hans Riegel-Fachpreis entschlossen, der in diesem Jahr bereits zum 17. Mal von der Universität Bonn und der Dr. Hans Riegel-Stiftung vergeben wurde.

Schüler sollen für die Wissenschaft begeistert werden

Die beiden Kooperationspartner wollen auf diesem Weg einerseits außergewöhnliche Leistungen belohnen und auf der anderen Seite schon früh junge Talente entdecken, fördern und für ein mögliches Studium begeistern. „Die in diesem Jahr ausgezeichneten Arbeiten zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit relevanten und auch kreativen Fragestellungen befassen, die aktuelle Themen und Probleme aufgreifen. Die gezeigten Leistungen beeindrucken und freuen uns sehr", sagte Sandmann, Prorektor für Studium, Lehre und Hochschulentwicklung an der Universität Bonn.

Für die Auszeichnung bewerben konnten sich Schüler aus den Oberstufen von Gymnasien und Gesamtschulen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Die jeweils drei besten eingereichten Facharbeiten eines Schuljahres aus den Fächern Biologie, Geografie, Mathematik, Chemie, Physik und Informatik wurden von einer Dozenten-Jury der Universität prämiert. 600, 400 und 200 Euro gab es für die Plätze.

Dafür wollen die Gewinner ihr Preisgeld nutzen

„Ich möchte mir mit dem Geld meinen Führerschein finanzieren“, erklärte Graßmann. Auch der Umbau des Autos werde teuer, so der Rollstuhlfahrer. Nach dem Abitur, das er am Ende des Schuljahres ablegen wird, strebt der 17-Jährige ein Freiwilliges Soziales Jahr an, weil er etwas für die Gesellschaft tun möchte. Im Anschluss könnte sein Weg ihn in den Journalismus führen. „Dafür war die Recherche für die Facharbeit auf jeden Fall sehr lehrreich“, sagte Graßmann.

Auch Hille hat bereits einen Plan für die Zukunft: Medizin studieren, am liebsten im Ausland. „Es klingt etwas abgedroschen, aber es gibt noch so viel zu erforschen und zu entdecken“, so die Bonnerin. Mit dem Preisgeld möchte sie die alte Konzertgeige ihres Urgroßvaters restaurieren. Auch ein Urlaub in Italien steht auf der Liste. Ob es danach etwas mit der Medizinkarriere wird, muss sich zeigen. An Wissensdurst und Entdeckerehrgeiz mangelt es Hille und Graßmann in jedem Fall nicht. Das war spürbar.

Ihr Ziel, junge Menschen vor allem konkret für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zu begeistern, haben Universität und Stiftung in diesem Fall erfüllt. „Wir sehen in der Förderung der MINT-Bildung eine wichtige Basis zur Sicherung und Gestaltung unserer ökologischen und ökonomischen Zukunft!“, berichtete Ingeborg Henzler, Vorstandsmitglied der Stiftung. Auch die Schulen profitieren durch die Preisvergaben und erhalten für eine Erstplatzierung eines Schülers Sachpreise.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort