Skate-Event „Bonn rollt“ 500 Teilnehmer skateten vom Alten Zoll nach Bad Godesberg

Bonn · Die Bonner Skatenight erlebt unter dem Namen "Bonn rollt!" ihre Neuauflage. Bei den Teilnehmern scheint das anzukommen: 500 Menschen rollen am Sonntag durch Bonn. Was sie daran reizt, haben sie dem GA berichtet.

Bonn: 500 Teilnehmer bei Bonn Rollt
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So schön war „Bonn Rollt“ am Sonntag

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Foto: Benjamin Westhoff

Wer als Fußgänger am Sonntagnachmittag zwischen dem Alten Zoll und Bad Godesberg am Rhein unterwegs war, dürfte sich gewundert haben. Denn Bonn rollt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Knapp 500 Menschen auf Rädern versammelten sich am Alten Zoll, um von dort aus die Neuauflage der ehemaligen Bonner Skatenight zu starten.

Ob mit dem Fahrrad, Skateboard, im Rollstuhl oder klassisch mit Inlinern. „Bonn rollt“ soll Jung und Alt Freude am Sport an der frischen Luft bringen. Daher stieß es sowohl bei Sportsfreunden, als auch in der städtischen Verwaltung auf Unverständnis, dass die beliebte Bonner Skatenight im letzten Jahr nicht mehr stattgefunden hatte. Auf Bestreben einiger Verwaltungsmitglieder hatte die Stadt beschlossen, das Event, unter dem neuen Namen „Bonn rollt“ wieder aufleben zu lassen. „Es ist gut, dass diese Veranstaltung zwei Wochen nach dem Postmarathon stattfindet. Das zeigt, dass Bonn eine Stadt ist, die viele Angebote für den Breitensport macht“, freut sich Thomas Geisen, sportpolitischer Sprecher der Grünen.

„Das ist ein tolles Angebot für die ganze Familie“

Sportliche Angebote scheinen jedenfalls hervorragend in der Bundesstadt anzukommen: Das Gelände am Alten Zoll füllt sich immer mehr, die Stimmung ist bestens. Alle Teilnehmer stehen in den Startlöchern und warten sehnsüchtig darauf, dass die begleitende Polizei endlich das „Go“ gibt. Auch Nina von Beveren aus Bad Godesberg macht sich bereit. Ihr siebenjähriger Sohn Finn ist schon startklar: Obwohl er mit zwei Jahren Skate-Erfahrung äußerst sicher auf seinen Inlineskates steht, trägt er, wie es sich gehört, die volle Schutzmontur von Helm über Knieschoner. „Ich bin total begeistert davon“, schwärmt die 42-jährige gelernte Hotelfachfrau von dem Sportereignis: „Ich bin im letzten Jahr in Düsseldorf mitgefahren, weil es in Bonn ausgefallen ist“, berichtet sie.

Bereits als Kind habe sie mit dem Skaten angefangen, als Ergänzung zum Eiskunstlaufen. Auch ihr Sohn Finn ist gern sportlich unterwegs, am liebsten auf Rädern: Mountainbiken und Rollerfahren zählen zu seinen Hobbys, denen er am liebsten im Park in Kessenich nachgeht. Ihren Sohn konnte Beveren sicher auch durch ihre eigene Leidenschaft zum Sport begeistern, denn allen Einsteigern rät sie einfach: „Es geht ums Spaß haben.“ Für sie zeichnet sich dadurch auch „Bonn rollt“ aus: „Das ist ein tolles Angebot für die ganze Familie.“

Mit ihrer Familie ist auch Sabine Hoster aus Kessenich angerollt. Allerdings macht sie es so, wie ein größerer Teil der Mitfahrer: Anstatt sich am Alten Zoll zu versammeln, genießt sie die schöne Aussicht am Rhein und wird sich von dort aus dem Zug anschließen. „Den Rhein finde ich sowieso cool und deshalb ist es auch angenehm hier zu skaten“, so die 61-Jährige. Sport ist ein wichtiger Teil ihres Lebens, weshalb sie auch regelmäßig Joggen geht – selbstverständlich am Rhein. Rollschuh ist sie schon als Kind gefahren. Nach längerer Pause entdeckte sie dann vor 25 Jahren die Inlineskates für sich wieder. Seitdem gehört es als Hobby fest in ihren sportlichen Alltag. Daher hat sie für Neulinge auch einen Tipp parat: „Einfach versuchen. Es macht Spaß und mit der Zeit lernt man es.“

Doppelt so viele Teilnehmer wie 2022

Vom Rhein aus macht sich auch der Bonner Martin Lerch auf den Weg zum Alten Zoll. Um die Treppen hochzukommen, muss er sich erst die Inlineskates ausziehen. Ungewöhnlich für ihn, denn gerade im Sommer schnallt er sich die eigentlich nur zu gerne an: „Ich mache das schon seit mehreren Jahren. Im Sommer fahre ich alle paar Wochen eine längere Strecke“, berichtet der 42-jährige Angestellte. Er selbst fährt inzwischen etliche Kilometer am Stück. Doch das geht nicht von heute auf morgen, weshalb er Einsteigern rät: „Am besten klein anfangen und dann immer dranbleiben, damit man ein Gefühl dafür kriegt.“ Ansonsten fährt er oft mit dem Fahrrad am Rhein entlang. Am Bonner Skateevent schätzt er neben dem Skaten an sich noch etwas anderes: „Es ist eine schöne Gelegenheit, mal die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen und auf Wegen zu fahren, die man als Radfahrer weniger nutzt.“

Wobei sich bei näherem Hinsehen durchaus auch Radfahrer unter die Skater gemischt haben. Denn „Bonn rollt“ heißt jegliche Sportler auf Rädern willkommen. Vermutlich auch deshalb ist die Resonanz außerordentlich: „Ich schätze, dass allein beim Start knapp 500 Teilnehmer dabei sind. Das sind doppelt so viele, als vor zwei Jahren!“, freut sich Sportdezernentin Birgit Schneider-Bönninger sichtlich und fährt fort: „Wir bewegen hier Menschen – im wörtlichen Sinne. Unsere Philosophie ist: Sport für alle Menschen und das sieht man hier“, sagt sie mit Verweis auf die wartenden Teilnehmer. Die bilden ziemlich jede Altersklasse ab, vom Vorschulkind bis zum rüstigen Senior über 70 ist hier alles vertreten. Nachdem dann die Polizisten auf ihren Motorrädern gefolgt vom Krankenwagen und den 28 Ordnern auf die Adenauerallee biegen, setzt sich auch der Pulk in Bewegung: „Bonn rollt.“