Debatte zum Auswahlverfahren Stadt Bonn lässt nach Kritik zu Seilbahn-Forum alle Angemeldeten zu

Bonn · Die Stadt Bonn hat nun doch alle 317 angemeldten Anlieger zum geplanten Seilbahn-Forum am 27. April in den Räumen des Dottendorfer Bürgervereins zugelassen. Zuvor gab es Kritik wegen des Auswahlverfahrens.

So könnte die Seilbahn aussehen (Fotomontage).

So könnte die Seilbahn aussehen (Fotomontage).

Foto: Richard Bongartz

Die Stadt Bonn hat nach Kritik am Auswahlverfahren zum geplanten Seilbahn-Forum nun doch alle Anlieger zugelassen, die sich im Vorfeld angemeldet hatten. Insgesamt 317 Menschen werden laut Verwaltung am Samstag, 27. April, verteilt auf zwei Gruppen in den Räumen des Dottendorfer Bürgervereins teilnehmen können. Die entsprechenden Bestätigungen seien bereits verschickt worden.

Wie berichtet, war ursprünglich nur eine Informationsveranstaltung für 120 Leute geplant. Nachdem die Stadt mitgeteilt hatte, dass sie 2000 per Zufallsauswahl ausgewählte Anlieger der Seilbahntrasse eingeladen und schon mehr Anmeldungen als Plätze erhalten hatte, waren die ersten kritischen Stimmen zur Vorgehensweise zu vernehmen. Die Auswahl der Teilnehmer sollte per Los erfolgen. Zehn Prozent der Plätze sollten mit jungen Bürgern besetzt werden.

Eine Leserin des General-Anzeigers beklagte, die Entscheidungskriterien, wer zu der Veranstaltung zugelassen werde und wer nicht, seien nicht transparent. In eine ähnliche Richtung argumentierte die CDU mit einem Antrag, der schließlich einstimmig von der Bonner Bezirksvertretung beschlossen wurde. Antragsteller Arno Hospes sagte gegenüber dem GA, es müssten so viele Veranstaltungen stattfinden, dass alle interessierten Bürger daran teilnehmen können: „Sonst machen wir uns angreifbar.“ Die Stadt entschied sich schließlich dazu, die Veranstaltung mit zwei Gruppen anzubieten – einmal vormittags und einmal nachmittags. Darüber hinaus sieht die Verwaltung laut eigener Mitteilung in Zukunft weitere Veranstaltungen vor, in denen die Bonner ihre Fragen stellen können.

Die seit Jahren geplante Seilbahn soll von Ramersdorf über die Rheinaue hoch auf den Venusberg zur dortigen Uniklinik führen. Eine Ratsmehrheit auch über die Koalitionsfraktionen hinaus unterstützt den Bau und Betrieb einer Seilbahn als Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Während Lobbyverbände wie der ADFC und der VCD das Projekt unterstützen, lehnt es die Bürgerinitiative „Bonn bleibt seilbahnfrei“ ab.

(buj/kph)
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