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Bonn: Aus dem Hindenburgplatz wird der Loki-Schmidt-Platz

Umbenennung in Bonn-Dottendorf : Bezirksbürgermeister weiht Loki-Schmidt-Platz ein

Nach mehr als zehnjährigem Ringen ist die Umbenennung des Hindenburgplatzes vollzogen. Er heißt jetzt Loki-Schmidt-Platz. Die nächste Umbenennung steht in Bad Godesberg an.

Es passt gut zum Naturschutz-Engagement von Loki Schmidt, dass der jetzt nach ihr benannte Platz sehr grün ist: mit Wiese und Venusbergbach rund um den zentralen Spielplatz. Am Donnerstag wurde ein entsprechendes Straßenschild enthüllt, und damit haben die, die sich für die Umbenennung dieses Platzes eingesetzt haben, ein Etappenziel erreicht.

Vorstellung der Namenspatronin

Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall hatte beim Enthüllen Unterstützung von Bernd Neuendorf, Vorstandsmitglied der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und Dottendorfer. Er gab einen Überblick über die neue Namenspatronin des bisherigen Hindenburgplatzes: Loki Schmidt sei auch in der Zeit, in der ihr Mann Bundeskanzler war, „mehr als die Frau an seiner Seite“ gewesen, indem sie sich aktiv für Umwelt und Biodiversität einsetzte, Forschungsreisen unternahm und nicht zuletzt mit ihrer Loki-Schmidt-Stiftung den Ankauf, die Gestaltung und Pflege von Grundstücken für den Naturschutz förderte. Ein Platz am Fuß des Venusbergs: eine gute Wahl, fand Neuendorf. Und die Schmidts hatten nach der Bundeskanzlerzeit in Dottendorf gewohnt.

Ein Frauenname sollte es sein, da Frauen auf der Liste der Straßennamen in Bonn stark unterrepräsentiert sind. Der Umbenennung ging eine mehr als zehnjährige Diskussion voraus, bei der es auch um die historische Figur von Paul von Hindenburg ging. Nach Protesten von Anwohnern wegen der notwendigen Adressänderung wurden diese kurzerhand in die Auswahl für den neuen Namen eingebunden. Sie sollten zwischen Lore Agnes, Marie Luchacz und Luise Straus-Ernst entscheiden, brachten aber stattdessen Loki Schmidt als Vorschlag ein, die bei der Abstimmung die meisten Stimmen erhielt.

Teilerfolg für Bonner Initiative

Für Gerd Pütz, Armin Lauven und Thomas Kauth von der Initiative zur Umbenennung des Hindenburgplatzes und der Hindenburgallee in Bad Godesberg ist damit ein Teilerfolg erreicht. Die Initiative hatte sich von Beginn an dafür eingesetzt, dass der Name Hindenburg getilgt wurde.

Er sei im Ersten Weltkrieg einer der großen Kriegstreiber gewesen, erklärte Pütz, habe das Kriegsende hinausgezögert und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Hinzu komme, „dass Hindenburg ein Förderer und Unterstützer des NS-Regimes war“, so Pütz. „Die Benennung war keine Ehre, die ihm gebührt.“ Das gelte auch für die Allee in Bad Godesberg, deren Umbenennung bereits beschlossen ist.

Argumenten aus der Diskussion der vergangenen zehn Jahre, mit der Umbenennung fördere man das Vergessen von Hindenburg, widersprach Lauven. „Die Debatte soll dazu beitragen, dass die Erinnerung wach bleibt.“ Die Initiative fordere deshalb, dass unter die Straßenschilder zum Loki-Schmidt-Platz ein Hinweis komme, wessen Namen der Platz früher trug. Auch für einen Geschichtspfad zu Hindenburg auf dem Platz spricht sich die Initiative aus.

Jetzt müssen noch die Bus- und Straßenbahnhaltestellen am Platz unbenannt werden. Laut Rolf Beu, verkehrspolitischer Sprecher der Bonner Grünen, haben die Stadtwerke Bonn das für kommenden Juni zugesagt. Schneller gehe das nicht: Die Umbenennung könne nur mit einem kleinen Fahrplanwechsel einhergehen, da sie mit dem Schnellfahrplan für die gesamte Region abgestimmt sein müsse.