Kaiserplatz und Poppelsodrfer Allee Ärger über Kanalsanierung bei Gastronomen

Bonn · An der Poppelsdorfer Allee und am Kaiserplatz wird die Stadt Bonn in den kommenden Tagen mit Kanalbauarbeiten beginnen. Die anliegenden Händler sind über die Maßnahme alles andere als erfreut.

 Die Kanalbauarbeiten an der Poppelsdorfer Allee sorgen für Unmut.

Die Kanalbauarbeiten an der Poppelsdorfer Allee sorgen für Unmut.

Foto: Benjamin Westhoff

Gleich doppelt kommt es in dieser Woche in der Nähe des Bonner Bahnhofs zu Kanalbauarbeiten. An der Poppelsdorfer Allee zwischen Bonner Talweg und Prinz-Albert-Straße führt die Stadt ebenso Sanierungen durch wie am Kaiserplatz. Ab diesem Mittwoch sollen dort die Arbeiten beginnen. Einige der anliegenden Händler sind über diese Maßnahme gar nicht erfreut.

Ohnehin sei es aufgrund des schlechten Wetters bislang keine gute Saison gewesen, ärgert sich Inhaber Saif Al Migamis vom Eiscafé La Dolce Vita. Die Planungen zur Kanalsanierung kämen für ihn zur Unzeit. „Wir bezahlen für die Terrasse. Wenn jetzt hier direkt vor der Tür gearbeitet wird, dann ist das eine Störung“, ärgert sich der 41-jährige Bonner und zeigt auf den Gullydeckel direkt vor seinem Eiscafé. Auch ihn werden die Bauarbeiter öffnen müssen, um die unterirdischen Leitungen zu sanieren.

Stadt Bonn informierte Inhaber am Kaiserplatz

Wie mehrere Verkäufer und Gastronomie-Inhaber am Platz bestätigen, seien sie in der vergangenen Woche von einem Mitarbeiter der Stadt Bonn über die geplanten Arbeiten informiert worden. „Die Maßnahme wird in enger Abstimmung mit den anliegenden Betrieben und Geschäften umgesetzt, um Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten“, heißt es in der Mitteilung der Stadt Bonn. Eiscafé-Inhaber Al Migamis fühlt sich nicht sonderlich eingebunden.

Seiner Meinung nach hätte die Stadt die Kanalarbeiten auf den Herbst oder Winter legen sollen. Dass die Arbeiter bis Ende September immer wieder unterschiedliche Kanaldeckel am Kaiserplatz öffnen müssten, betrachtet der Bonner für seinen Eisverkauf als geschäftsschädigend.

Rund 112 Meter Kanalrohr sind es, die am Kaiserplatz nach Angaben der Stadt im so genannten Schlauchlining-Verfahren saniert werden sollen. Bei dieser Methode wird von einem Kanalschacht ausgehend ein mit Kunstharz getränkter Textilschlauch in das defekte Rohr eingelassen, der sich an die beschädigten Rohrwände anlegt und aushärtet. Auf diese Weise entsteht quasi ein Rohr im Rohr. Knapp 40.000 Euro kostet die Stadt diese Maßnahme. Trotz des geringeren Aufwands werden kleinere Sperrungen im Straßen- und Gehwegbereich notwendig sein.

Poppelsdorfer Allee wegen Baustelle zeitweise gesperrt

Während die Baumaßnahmen am Kaiserplatz durch das Schlauchlining-Verfahren überschaubar bleiben, wird es an der Poppelsdorfer Allee in mehreren Bauabschnitten zunächst auch zu offenen Bauarbeiten kommen. Vier Sinkkastenleitungen und drei Schachtbauwerke werden dabei erneuert. Anschließend soll der Kanal in der geschlossenen Bauweise renoviert werden.

Nach Einschätzungen der Stadt werden die Arbeiten an den Sinkkastenleitungen voraussichtlich bis Ende August andauern. Für knapp eine Woche wird der Straßenbereich vollgesperrt. Die Zufahrt zu den anliegenden Häusern wird für diese Zeit nicht möglich sein.

Im zweiten Bauabschnitt, der voraussichtlich im November 2023 beginnen wird, soll ein Großteil der Arbeiten im Bereich der Rasenflächen der Poppelsdorfer Allee stattfinden. Die entstandenen Schäden an der Rasenfläche sollen im Frühjahr 2024 nach Beendigung des dritten Bauabschnitts behoben werden, in dem wie am Kaiserplatz die Kanäle mit dem Schlauchliner renoviert werden.

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