Senatspräsident Günter Dederichs scheidet aus Beuels „Mister Ehrenamt“ hört auf

Beuel · Mit 78 Jahren gibt Günter Dederichs sein letztes Ehrenamt ab und tritt als Senatspräsident der Schwarz-gelben Jonge zurück. Der Holzlarer hat sich an vielen Stellen in Beuel engagiert. Warum ihm dabei Pützchens Markt immer besonders am Herzen lag.

Günter Dederichs während des Gespräches mit dem GA im Teatro am Möhneplatz.

Günter Dederichs während des Gespräches mit dem GA im Teatro am Möhneplatz.

Foto: Benjamin Westhoff

Günter Dederichs ist im Beueler Vereinsleben bekannt wie der berühmte bunte Hund. „Mich kann nichts mehr schocken“, sagt der 78 Jahre alte Holzlarer, der sich in vielen Vereinen und mehr als 30 Jahre in der Kommunalpolitik engagiert hat. Beim GA-Gespräch im Teatro am Möhneplatz erklärt er die wichtigsten Stationen seines Lebens, die sich auch farblich bestimmen lassen.

Schwarz-gelb: Das sind nicht nur die Farben der Dortmunder Borussia, sondern auch der Schwarz-gelben Jonge im TSV Bonn rrh. 1897/07 e.V. Günter Dederichs gründete die Senatoren 2010 als Tochtergesellschaft der Schwarz-gelben Jonge und scharte als Präsident immer rund 50 Senatoren um sich. Aufgaben? „Den Senatoren obliegt die Eigenschaft, Interessen zu vertreten, Entscheidungen herbeizuführen, Erfahrung einzubringen sowie Mäßigung zur Geltung zu bringen“, heißt es auf der Vereinshomepage. Prominente Senatoren sind die beiden Ex-Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Ashok Sridharan. Bei einer Feier im Waldcafé Holzlar gab Dederichs sein Amt jetzt an seinen Nachfolger Helmut Sementschuk weiter. Ebenfalls verabschiedet wurde dabei seine Schwiegertochter Carina I., die in der letzten Session als Bonna an der Seite von Prinz Cornelius I. die Herzen der Karnevalisten gewonnen hatte.

Blau-grün-gelb-rot-schwarz: Aus diesen Farben besteht das Logo des Freundeskreises Pützchens Markt, den Günter Dederichs ebenfalls gegründet und bis vor Kurzem als Vorsitzender geleitet hat. „Ich bin ein alter Kirmesjeck“, sagt Dederichs, der nicht nur während seiner politischen Karriere viele Kontakte nach Pützchen pflegte und dort auch seine erste Wohnung hatte. Auf Pützchens Markt lernte er seine Frau Trudi kennen, die er dort 1970 auch heiratete. Dederichs Nachfolger Harald Borchert ist übrigens genauso Püma-verrückt.

Schwarz-rot: Seit 1984 engagierte sich Dederichs in der Kommunalpolitik, war insgesamt 26 Jahre Fraktionssprecher der CDU. Dabei stand nach seinen Worten weniger die Partei im Vordergrund als die Person. Besonders gute Kontakte pflegte er zu seinem Bezirksvertretungskollegen von der SPD, Dieter Schaper. „Nach jeder Sitzung sind wir in die Rheinbrücke gegangen und haben unser Bier getrunken. Da haben wir die politischen Probleme gelöst – an der Theke“, sagt er und schmunzelt. Einer der das ebenfalls gut konnte, war der im Jahr 2021 verstorbene Christdemokrat Hans Lennarz, den Dederichs ebenfalls sehr schätzte.

Orange-schwarz: Diese Farbe trägt die Mundorf Tankstelle, die Günter Dederichs in Troisdorf-Spich lange Jahre leitete, bevor er das Geschäft an seinen Sohn Timo übergab. „1969 habe ich meine erste Tankstelle in Beuel eröffnet. Damals war das ja noch mit Bedienung“, erinnert sich Dederichs. So kam es, dass der junge Mann bald alle Unternehmer aus der Beueler Geschäftswelt persönlich kannte. 1990 wurde die Tankstelle in Beuel geschlossen und Dederichs wechselte in die Esso-Tankstelle an der B56. 1998 folgte dann der zweite Umzug nach Spich.

Bunt: Günter Dederichs ist seit mehr als 50 Jahren mit seiner Frau Trudi verheiratet, hat zwei Söhne, aber noch keine Enkel. „Leider noch nicht.“ Nach dem Rücktritt als Senatspräsident ist er zwar jetzt Ehrensenator, hat aber sonst keine gesellschaftlichen Verpflichtungen mehr. „Ab und zu gehe ich noch in die Tankstelle nach Troisdorf, aber sonst genieße ich das Rentnerdasein.“ Auch auf Pützchens Markt natürlich.