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Bonn: Bezirksvertretung kürzt den Zuschuss für den Rosenmontagszug

Bonner Karneval : Bezirksvertretung kürzt den Zuschuss für den Rosenmontagszug

Der Festausschuss ist geschockt vom Beschluss der Bonner Bezirksvertretung, den städtischen Zuschuss um fast ein Drittel auf 20.000 Euro zu kürzen. Die Politik habe die Karnevalisten über diesen Schritt nicht informiert, sagte die Festausschuss-Vorsitzende.

Die Bezirksvertretung Bonn hat den Zuschuss für den Rosenmontagszug des Festausschusses Bonner Karneval (FA) von 28 500 Euro auf 20 000 Euro abgesenkt. Die Entscheidung fiel nach einem Änderungsantrag von Hanno von Raußendorf (Linke) gegen die Stimmen von CDU und AfD bei Enthaltung von FDP, Rheingrün, einmal SPD und Thomas Fahrenholtz. Arno Hospes (CDU) sagte, der Rosenmontagszug sei einer der größten Züge im Rheinland, Anziehungspunkt für Touristen und Ausdruck des immateriellen Kulturerbes. Es sei „unvorstellbar dumm und schändlich“, die ehrenamtlichen Karnevalisten so vor den Kopf zu stoßen. Raußendorf sprach am Dienstagabend hingegen davon, dass es eine Schande sei, den großen FA finanziell üppig zu bezuschussen, „während kleine Vereine von uns hundert Euro mit großer Geste kriegen“.

FA-Präsidentin Marlies Stockhorst war am Mittwoch „absolut geschockt“ von der Kürzung. „Mit uns hat auch keiner aus der Politik darüber gesprochen oder gefragt, wie sich das auf den Zug auswirkt.“ Sie betonte, unter dem FA-Dach seien 78 auch kleine Karnevalsgesellschaften zusammengeschlossen. Sollte der Zuschuss erneut gekürzt werden, er lag mal für viele Jahre bei 35 000 Euro, müsse der Festausschuss darüber nachdenken, diese fehlenden Einnahmen über die Mitglieder einzusammeln. Das wäre kontraproduktiv, weil dann kleinere Vereine belastet würden. Die Gesamtkosten für den Rosenmontagszug lägen bei 150 000 bis 200 000 Euro und würden auch durch die Teilnahmekosten von Nicht-Mitgliedern am Zug getragen, die auch für das Sicherheitspersonal zahlten. Es sei ohnehin mit Mehrkosten gegenüber der letzten Veranstaltung zu rechnen, denn Stockhorst rechnet mit Auflagen für den ersten Rosenmontagszug nach der Pandemie.

Ob die Jecken mit der Kürzung werden leben müssen, scheint noch nicht ausgemacht. Grünen-Fraktionssprecher Tim Achtermeyer: „Als Rats-Koalition haben wir Verständnis dafür, dass die BV ihr begrenztes Budget anders aufteilen möchte, um auch Vierdelszüge zu fördern.“ Da der Rosenmontagszug stadtweite Bedeutung habe, werde der Rat das Gespräch mit dem Festausschuss suchen. „Gegebenenfalls kann der Rosenmontagszug auch auf Ratsebene unterstützt werden.“

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