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Bonn: Bonner Polizei klärt Einbruchserie an Tankstellen auf

Tankstelleneinbrüche in Wachtberg, Bonn und Bad Honnef : Bonner Polizei klärt Einbruchserie an Tankstellen auf

Die Polizei Bonn hat eine Serie mit insgesamt 22 Tankstelleneinbrüchen aufgeklärt. Mehrere Tatverdächtige saßen während der Taten im offenen Strafvollzug.

Es war immer wieder das gleiche Prinzip: Spät in der Nacht fuhr ein SUV auf ein Tankstellengelände in der Region. Blitzschnell stiegen mehrere Täter aus, drangen in den Verkaufsraum ein, packten etliche Taschen voll mit Zigaretten, rannten zum Auto und waren ebenso schnell verschwunden, wie sie gekommen waren. Es waren Minuten, in denen die Täter Ware im Wert von mehreren Tausend Euro erbeuteten. An einer Tankstelle in Wachtberg kam es gleich zweimal innerhalb von nur sieben Wochen zu solchen Einbrüchen - jeweils samstagnachts.

Die Bonner Polizei hatte daraufhin eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet. Die „EG Cayenne" meldet nun, dass insgesamt zehn Tatverdächtige identifiziert wurden.

Den Tatverdächtigen im Alter von 27 bis 43 Jahren wird nun schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. Ermittelt hat die Polizei nach eigenen Angaben umfangreich, offen und verdeckt. Anschließend durchsuchten die Beamten Räume der Bande. 22 Einbrüche konnten sie der Gruppe zuordnen.

Tankstellen auch in Rösrath, Roetgen und Velbert überfallen

Kennzeichnend für die Taten war, dass oft ein Porsche Cayenne, aber auch weitere hochmotorige Fahrzeuge wie einen Audi A8 und einen 7er BMW genutzt wurden. So waren die Täter nach Angaben der Polizei äußerst mobil: Neben Tatorten in Bad Honnef, Meckenheim und Wachtberg sollen die Tatverdächtigen auch in Tankstellen in Roetgen (Städteregion Aachen), Rösrath (Rheinisch-Bergischer-Kreis), Vettweiß (Kreis Düren) und Velbert (Kreis Mettmann) eingebrochen sein. Mit Gewalt drangen die Täter mehrfach in die Tankstellen ein. Sie drückten in Bad Godesberg die Eingangstüre ein. In Bad Honnef wurde die Türe mit einem Gullydeckel eingeworfen.

Bei den Durchsuchungen hat die Polizei Teile der Beute sowie Bargeld und mehrere Fahrzeuge sichergestellt und im weiteren Verlauf auch Haftbefehle erlassen. Wie die Polizei mitteilt, spielt offenbar auch eine Haftanstalt eine Rolle. Mehrere Bandenmitglieder begingen die Taten zur Nachtzeit aus dem offenen Strafvollzug heraus und nutzten die Inhaftierung als Alibi. Die erbeuteten Zigaretten wurden überwiegend außerhalb der Justizvollzugsanstalt verkauft. Die Ermittlungen zu weiteren, mutmaßlich von den Tatverdächtigen begangenen Straftaten dauern derzeit noch an.