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Bonn: Bürgerdialoge zur Neugestaltung des Rheinufers ist gestartet

Neugestaltung des Bonner Rheinufers : Bürgerdialog startet mit Ideen vom Badeschiff bis zur Panoramatreppe

Fünf Tage nach dem Start des Online-Bürgerdialogs zur Neugestaltung des Bonner Rheinufers finden sich auf der Plattform bereits vielfältige Ideen. Die Stadt will die Anregungen der Bürger in die Aufgabenstellung für die Planungsbüros mit einbeziehen.

Eine Panoramatreppe führt direkt zum Rhein, auf der Uferpromenade blühen rosafarbene Kirschbäume, dazwischen stehen bunte Food-Trucks, auf einer Bühne am Fluss spielt eine Band. Diese und viele weitere Ideen sind seit dem Start der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Bonner Rheinufers eingegangen. Der Online-Dialog soll Anregungen für die Aufgabenstellung des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs bringen, den die Stadt für gemischte Teams aus Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern bald ausschreiben will.

Die Uferpromenade von Rosental bis zur Zweiten Fährgasse soll in drei Bauabschnitten neu gestaltet werden. Die Aussicht auf Förderung des Projektes mit zwölf Millionen Euro seitens des Landes beurteilte die Stadt Bonn zuletzt als gut. Insgesamt schätzt die Verwaltung die Kosten auf 17,2 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen Ende 2023 beginnen.

Bürgerdialog und virtueller Rheinspaziergang

„Uns ist im Rahmen des Online-Beteiligungsprozesses ein sehr guter Auftakt gelungen“, sagte Stadtbaurat Helmut Wiesner am Dienstag und freute sich über das Interesse. Auf der Plattform seien bisher mehr als 70 Meinungen und 270 Bewertungen eingegangen. Wer die Rheinuferpromenade nicht sowieso schon beim alltäglichen Spaziergang in Pandemiezeiten besucht, kann das auf der Internetseite auch virtuell tun. In mehreren Videos führt Prof. Benedikt Stahl, Dekan der Architektur an der Alanus-Hochschule, von der Beethovenhalle aus am Rhein Richtung Süden.

Der virtuelle Spaziergang zeigt, wie unterschiedlich der zwei Kilometer lange Abschnitt gestaltet ist. Es gebe viel Klein-Klein und „keine großflächige Gesamtlösung“, sagt Stahl im Video, zum Beispiel bei den Bodenbelägen. Besonders die Verbindung zwischen Rhein und Stadt müsse offener gestaltet werden. Ein Negativ-Beispiel sei die „Bastion Opern-Garage“, die von der Stadt aus die Sicht auf den Rhein versperrt. Auch die Straßen zwischen Fluss und Stadt seien ein „trennendes Element“, erklärt der Architekt, der vor 30 Jahren das Rheinufer in Düsseldorf gestaltet hat. Stadtbaurat Helmut Wiesner hatte angekündigt, dass an der Promenade in Zukunft weniger Autos unterwegs sein sollten.

Auch auf der Plattform wünschen sich einige Bonner ein autofreies Rheinufer. Eine Nutzerin schlägt einen Wasserbus vor, um den Verkehr zu entlasten. „Es ist eine Schande, wie wenig Gastronomie es am Rhein gibt“, kommentiert ein anderer Nutzer. Mehrere Bonner wünschen sich breite Treppen zum Ufer wie in Köln-Deutz und Grünflächen. Im Forum „Kultur, Spiel und Sport“ reichen die Vorstellungen von einem Outdoor-Fitnessstudio über ein Badeschiff bis hin zu einem Tanzplatz oder einer Bühne für Musiker.

Wer will, kann bis zum 7. März noch seine Ideen mitteilen. Am 5. März gibt es außerdem eine Videokonferenz, für die eine vorherige Anmeldung bis zum 1. März per E-Mail an buergerbeteiligung@bonn.de nötig ist. Im Mai soll die Aufgabenstellung für die Wettbewerbsteilnehmer beschlossen werden. Die Planungsbüros entwickeln dann im Sommer Konzepte, aus denen im Herbst ein Preisgericht den Gewinner aussucht.