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Bonn: Bundespräsident lädt in die Villa Hammerschmidt ein

Nach vier Jahren Pause : Bundespräsident lädt in die Villa Hammerschmidt ein

Vier Jahre war Pause, jetzt öffnet die Villa Hammerschmidt wieder ihre Türen für Besucher. Das Bundespräsidialamt arbeitet noch am Ticketsystem, damit der Ansturm nicht zu groß wird.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt ein: Am Samstag, 18. Juni, ist von 12 bis 19 Uhr Tag der offenen Tür in der Villa Hammerschmidt. Statt nur Zaungast am Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten zu sein, können Besucher Räume und Park erkunden. „Der Bundespräsident wird am Nachmittag anwesend sein und die Gäste begrüßen“, kündigt das Bundespräsidialamt an.

Damit sich am Tor keine langen Schlangen bilden, gibt es in diesem Jahr erstmals ein Ticketsystem. Man muss im Vorfeld ein Zeitfenster buchen, um kostenlos den Bonner Amtssitz zu besuchen. Ende Mai soll die Buchung freigeschaltet werden. Wann genau, konnte die Pressestelle des Bundespräsidialamts auf Nachfrage noch nicht sagen. Es werde aber mit genug Vorlauf über den Buchungsstart informiert.

Auch zum Programm wird noch nicht allzu viel mitgeteilt. Im Park der Villa Hammerschmidt soll es ein umfangreiches Programm mit Gesprächsrunden, Musik und Mitmachaktionen geben. Außerdem stellen mehrere Bundesbehörden sowie deutsche und internationale Organisationen ihre Arbeit vor.

So sind unter anderen das UN-Klimasekretariat, die Uno-Flüchtlingshilfe und das Kinderhilfswerk Unicef vertreten. Gästeführer der Stadt Bonn bieten Rundgänge durch die Villa an. Auch der angrenzende Park des Palais Schaumburg mit dem Kanzlerbungalow ist geöffnet.

Zuletzt fand 2018 ein Tag der offenen Tür in der Villa Hammerschmidt statt. Wegen der Coronapandemie mussten der geplant Termin 2020 und der Ausweichtermin 2021 verschoben werden. Übrigens: Wenn sich der Bundespräsident in Bonn aufhält, wird die Standarte auf dem Dach der Villa Hammerschmidt gehisst.

Das ab 1860 errichtete Gebäude, das den Namen des späteren Eigentümers Rudolf Hammerschmidt trägt, könnte genauso gut Villa Trost - nach dem Erbauer - oder Villa Koenig heißen. Zuckerfabrikant Leopold Koenig kaufte 1868 das zuckerweiße Gebäude, weil seine Frau die gute Luft am Rhein liebte. Sohn Alexander, der mit dem Zucker-Vermögen später sein Naturkundemuseum auf der gegenüberliegende Straßenseite baute, sammelte im Garten der Villa Eier und Vogelnester.

Der erste Bundespräsident, der 1950 einzog, war Theodor Heuss. Er ließt die Villa Hammerschmidt zuvor „vom Zuckerguss“ befreien und die beiden Turmaufbauten abtragen, so die Information auf dem Bonner „Weg der Demokratie“. Bundespräsident Richard von Weizsäcker zog 1994 als erstes Verfassungsorgan nach Berlin. Seitdem ist die Villa Hammerschmidt nach Schloss Bellevue zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten.

Weitere Informationen zum Tag der offenen Tür will das Bundespräsidialamt in der Woche der Veranstaltung veröffentlichen.