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Bonn: Busbahnhof stellt Radfahrer vor Probleme

Neue Verkehrsführung vorm Hauptbahnhof : Busbahnhof in Bonn stellt Radfahrer vor Probleme

Die Stadt Bonn hat Rad- und Busspuren vor dem Hauptbahnhof eingerichtet. Unübersichtlich bleibt es am Busbahnhof, für dessen Umgestaltung die Verwaltung Pläne prüft. Ein großes Problem stellt weiterhin die Ein- und Ausfahrt der Busse am Zentralen Omnisbusbahnhof dar.

Die Stadt hat provisorische Bus- und Radspuren am Hauptbahnhof eingerichtet. Nach einem Beschluss des Stadtrats sind die rechten Spuren sowohl in der Maximilianstraße als auch in der Straße Am Hauptbahnhof zu Radspuren ummarkiert worden. Die Spur vor dem Hauptbahnhof ist auch für Busse freigegeben. Zwischen Südunterführung und der Querung zur Maximilianstraße ist eine Busspur entstanden, die umgekehrt Radler nutzen dürfen. Autofahrern bleibt also jeweils nur eine Spur.

„Bis jetzt funktioniert es prima“, findet eine Radfahrerin, die nahe dem Maximiliancenter vor dem Zebrastreifen steht. Auch ein anderer Radler sieht bei der Durchfahrt „keine Probleme“. Reibungslos klappt der Wechsel von Maximilianstraße auf die Straße Am Hauptbahnhof: Die Fußgängerampeln und die Verkehrsampel regeln den Verkehr scheinbar ohne Probleme.

Radfahrer, die von der Südunterführung in Richtung Nordstadt unterwegs sind, bekommen auf ihrem Weg hingegen Gesellschaft: Der rechte, orange markierte Fahrstreifen fungiert als Umweltspur für Busse und Radfahrer. Die verbleibende Spur gen Norden teilen sich Pkw und Straßenbahnen.

Nicht nur zu Stoßzeiten beobachten Passanten Chaos

Ein großes Problem stellt weiterhin die Ein- und Ausfahrt der Busse am Zentralen Omnisbusbahnhof (ZOB) dar. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Stadtverwaltung, die eine Verschärfung der Lage seit dem Fahrplanwechsel im vergangegen Jahr wahrgenommen hat. Nicht nur zu Stoßzeiten beobachten Passanten ein Chaos. Ohne eine klar installierte Verkehrsführung kreuzen hier Busse, Straßenbahnen und Autos in beide Richtungen. Zudem laufen viele Passanten von Gleis 1 oder der Straßenbahnhaltstelle direkt über die Straße. Dabei gibt es nur wenige Meter entfernt einen Fußgängerüberweg.

„Um noch schnell den Bus am ZOB zu erreichen oder einfach eine Abkürzung zu nehmen, laufen die Menschen hier einfach über die Straße“, berichtet eine Passantin. Sie steht an der Straßenbahnhaltestelle Richtung Auerberg und Beuel und beobachtet das Geschehen. „Echt gefährlich ist das, da fahren ja Busse, Straßenbahnen und Autos“, sagt sie. Radfahrerin Svenja (24) hat gerade den Südtunnel hinter sich gebracht und steht auf Höhe des Busbahnhofs. Sie kann nicht weiter, denn die Straßenbahn hält gerade. Die ein- und aussteigenden Fahrgäste versperren ihr den Weg. „Hier am ZOB ist es einfach unübersichtlich und sehr gefährlich“, findet Svenja.

Der Verkehr staue sich gerade morgens bis weit in den Südtunnel. Sie. Andere Radfahrer würden die stehenden Autos und Busse dann einfach umkurven. „Irgendwie muss man hier ja durchkommen.“ Außerdem fehle es an einem schnellen Weg in die Innenstadt. „Man kann ja nur geradeaus fahren oder als Fußgänger die Südunterführung in Richtung Kaiserplatz passieren. Dann muss ich aber das Rad schieben, und das ist keine Lösung“, sagt Svenja. Viele Radfahrer würden stattdessen einfach die Abkürzung über den ZOB nehmen – ohne abzusteigen.

Verwaltung soll gefahrlosen Spurwechsel ermöglichen

Auch wenn die Umweltspur ein erster Schritt in die richtige Richtung sei, meint sie: „Nach der Ampel auf Höhe des Maximiliancenters hört der Radweg einfach auf. Was passiert danach?“ Ein Spurwechsel, um zur Nordunterführung zu gelangen, sei schwierig. Isabel Klotz aus dem Presseamt teilte zu diesem Punkt mit, dass die Politik die Verwaltung beauftragt habe, für einen gefahrlosen Spurwechsel eine Lösung zu finden. Ein anderes Problem, das eine Radfahrerin an der Thomas-Mann-Straße beschreibt, sind die Schienen. Studentin Svenja wünschte sich eine autofreie Innenstadt oder doch zumindest einen „echten“ Radweg entlang der Straße Am Hauptbahnhof.

Solche Radwege sind geplant, nur der Zeitpunkt der Umsetzung ist noch ungewiss. Einen Planfeststellungsbeschluss zur Neuaufteilung des Straßenraums hat die Kommunalpolitik mehrheitlich gefasst. In beide Richtungen sollen jeweils außen rot markierte Radwege entstehen. Die jetzigen Neumarkierungen verfolgen das Ziel, die künftige Verkehrsführung einigermaßen realistisch  nachzustellen, bevor im April eine Verkehrszählung beginnt. Die Analyse soll Aufschluss darüber geben, wie gut die geänderte Verkehrsführung an der Kaiserstraße und mit dem erweiterten Cityring funktioniert.