Ausstieg auf Wunsch Busse in Bonn halten nachts auch zwischen den Stationen

Bonn · In Paris ist der Ausstieg auf Wunsch seit September möglich. Die Stadtwerke verfahren in Bonn schon länger so. Was Fahrgäste beachten müssen.

 Auf Wunsch halten Busse der Stadtwerke ab 21 Uhr auch zwischen den eigentlichen Stationen.

Auf Wunsch halten Busse der Stadtwerke ab 21 Uhr auch zwischen den eigentlichen Stationen.

Foto: Benjamin Westhoff

Manche Angebote bestehen seit derart langer Zeit, dass sie schon fast in Vergessenheit geraten sind. Als nun kürzlich die französische Zeitung „Le Parisien“ und daraufhin auch deutsche Medien berichteten, dass neuerdings die Busse in der französischen Hauptstadt in den Abend- und Nachtstunden auf Wunsch auch zwischen den Haltestellen stoppen, fiel dem Grünen-Stadtverordneten Rolf Beu ein alter politischer Beschluss für Bonn ein. Und in der Tat: Die Bonner Stadtwerke (SWB) brauchen sich in dieser Hinsicht nicht hinter den Pariser Verkehrsbetrieben zu verstecken.

Wie SWB-Sprecherin Stefanie Zießnitz dem GA bestätigte, gibt es das Halten auf Wunsch in Bonn seit den 2000er Jahren. „In den Außenbezirken haben die Fahrgäste ab 21 Uhr die Möglichkeit, auch zwischen den Haltestellen auszusteigen.“ Voranzugehen hat, dass die Fahrgäste ihren Ausstiegswunsch dem Busfahrer mitteilen. Der Busfahrer oder die Busfahrerin haben allerdings zu entscheiden, ob der Zwischenstopp möglich ist. Baustellen könnten beispielsweise dagegen sprechen, so Zießnitz, oder Sicherheits- und Haftungsgründe bei Glätte und Unwetter sowie unwegsames Gelände an Schnellstraßen oder eine Verspätung des Busses.

Überwiegend Frauen nutzen das Angebot

Grundsätzlich bestehe das Angebot weiterhin. „Vor allem Frauen haben so die Möglichkeit, den Weg im Dunkeln zu verkürzen.“ Und weiter: „Wir freuen uns, dass Metropolen wie Paris mit dem Angebot nachziehen, das macht unseren Service erneut bekannt.“ Gelegentlich bewerben die Stadtwerke nach eigenen Aussagen die Möglichkeit des Zwischenhalts nach Zuruf bei Veranstaltungen. Im Internet sei die Information ebenfalls hinterlegt. Statistiken, wie oft Fahrgäste davon Gebrauch machen, erheben die SWB allerdings nicht. Allgemein ließe sich aber sagen, dass überwiegend Frauen es in den Wintermonaten nutzten.

Da in der kälteren Jahreszeit auch die Zuverlässigkeit von Bussen und Bahnen abnehmen kann, sei hier noch einmal an die Mobilitätsgarantie erinnert, die im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg gilt. Bei Ausfällen und Verspätungen, die eine Abfahrt erst mit mindestens 20-minütiger Verspätung zur eigentlichen Fahrplanzeit ermöglicht, können Fahrgäste mit gültiger Fahrkarte auf Alternativen umsteigen. Dazu zählen Taxifahrten oder die Miete von Leihautos, -rädern oder -rollern.

Die Kosten haben die Pendler vorzustrecken. Sie werden tagsüber bis zu einem Betrag von 30 Euro und von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens bis zu einem Betrag von 60 Euro pro Person erstattet. Vonnöten ist ein Kostenbeleg, der mittlerweile online unter mobil.nrw/mobigarantie eingereicht werden kann. Nach Angaben der Stadtwerke dauert es in der Regel etwa zwei Wochen, bis nach vorangegangener Prüfung der Erstattungsbetrag aufs Konto überwiesen wird.

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