1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonn-Center - Mercedes-Stern: Neue Pläne für das Wahrzeichen

Bonner Wahrzeichen : Neue Pläne für den Mercedes-Stern des früheren Bonn-Centers

Lange war er ein Wahrzeichen Bonns und der hellste Stern am Nachthimmel der Stadt. Nach der Sprengung des Bonn-Centers sollte der Mercedes-Stern in einem Museum ein neues Zuhause finden. Doch die Pläne haben sich geändert.

Fast 50 Jahre lang war er der größte Stern am Bonner Himmel, bevor er für immer aus dem Stadtbild verschwand. Der Mercedes-Stern auf dem früheren Bonn-Center galt lange als eines der Wahrzeichen der Stadt. Mit dem Abriss des Bonn-Centers bekam der riesige Stern, der in den Nächten über der Bonner Skyline leuchtete, eine neue Heimat in Aussicht gestellt.

Die Hoffnung vieler Bonner, dass er dem in Bonn ansässigen Haus der Geschichte zufallen würde, hatte sich zerschlagen. Er ging stattdessen in die Hände des 8000 Mitglieder starken „Mercedes-Benz Markenclub vdh“ in Ornbau, einer sehr kleinen Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach in Bayern mit rund 1600 Einwohnern. Wie Frank Mühling, Sprecher der Mercedes-Benz Museum GmbH in Stuttgart, seinerzeit im August 2017 mitteilte, sollte der Stern dort zentrales Exponat einer Ausstellung werden. Dazu sollte in Ornbau ein Gebäude gebaut werden, in dem auch Fahrzeuge ausgestellt werden sollten. Die Eröffnung war für 2019 vorgesehen. Doch die Pläne des Clubs haben sich seitdem geändert, wie eine GA-Nachfrage ergab.

Hohe Auflagen und zu hohe Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro hätten die alte Idee zunichte gemacht, den Stern in einer Halle auszustellen, sagt der Vorsitzende des Clubs Horst Stümpfig. Stattdessen solle er nun zum Industriedenkmal auf dem Außengelände einer historischen Kulissenstadt werden. Diese entstehe zurzeit auf 4000 Quadratmetern auf einem privaten Areal des Markenclubs. Der Mercedes-Stern soll dann eingeklappt in vier Meter Höhe über einem Platz schweben, der mit Pflastersteinen versehen worden ist. Von dort oben solle der Schatten des Sterns dann sichtbar auf den Boden fallen. „Von allen Ideen haben sich unsere Mitglieder diese am meisten gewünscht“, sagt Stümpfig.

Auf den Stern warten weitreichende Veränderungen

Anders als in Bonn wird der Stern damit die meiste Zeit liegend verbringen. Auch auf dem Bonn-Center konnte der Stern hydraulisch eingeklappt werden, etwa bei stürmischem Wetter oder für Wartungsarbeiten. Aufgelegt wurde das Objekt mit einem Durchmesser von acht Metern dabei auf einen Stützpfeiler. „Diese Stütze hat Mercedes damals aber nicht mitgeliefert, das haben die vergessen“, sagt Stümpfig. Stattdessen sollen nun zwei Figuren den Ring des Sterns tragen. Geplant sei, dass zwei Statuen, welche die deutschen Autopioniere Gottlieb Daimler und Carl Benz darstellen, den Mercedes-Stern in die Luft stemmen. Skizzen zeigen eine erste Vorstellung davon, wie das Denkmal nach seiner Fertigstellung aussehen soll.

Die Arbeiten dazu seien im Gange. So sei der Platz bereits fertiggestellt und der hydraulische Standfuß installiert. Bereits im März planen die Club-Mitglieder, den Stern an das Gestell aufzupflanzen und mit zwölf Schrauben zu befestigen. Anschließend werde der Platz begrünt und an eine angrenzende Straße angeschlossen. Öffentlich zugänglich ist das Areal allerdings nicht.

Im Originalzustand will der Mercedes-Club das Wahrzeichen nicht belassen. Auf den Stern aus Bonn kommen weitreichende Veränderungen zu. „In Bonn hat man aus der Ferne und in 60 Meter Höhe nicht gesehen, dass der Stern eigentlich ein total hässlicher Eisenklotz ist“, sagt Stümpfig. Nun soll der mehrere Tonnen schwere Koloss einen silberfarbenen Anstrich bekommen. Zuvor müssten aber viele Stellen zugespachtelt und gekittet werden. So etwa auch die Löcher für die Neonröhren, die den Stern im Dunklen strahlen ließen. Ersetzt werden sollen diese durch moderne LED-Lichter. Auch wenn der Stern nun die meiste Zeit mit gesenktem Haupt verbringen wird, zu besonderen Anlässen will der Club aus Mittelfranken den Stern aufrichten. „Immer dann, wenn der FC Bayern ein Spiel verliert, wird man den Stern leuchtend und sich drehend von der Autobahn sehen können“, sagt Stümpfig.