Gründer der Isabell-Zachert-Stiftung Ehepaar Zachert aus Bonn feiert Diamantene Hochzeit

Bonn · Das Bonner Ehepaar Christel und Hans-Ludwig Zachert feiert Diamantene Hochzeit. Nach dem Tod ihrer Tochter gründeten sie eine Stiftung für krebskranke Kinder und ihre Familien.

 Christel und Hans-Ludwig Zachert feiern ihren 60. Hochzeitstag.

Christel und Hans-Ludwig Zachert feiern ihren 60. Hochzeitstag.

Foto: Benjamin Westhoff

Die Bekanntschaft mit seinem Schulfreund Roland hat sich für Hans-Ludwig Zachert langfristig ausgezahlt. Dass er die kleine Schwester des Kameraden im Nachhinein bis heute als „nett und vorlaut“ in Erinnerung behalten hat, hinderte ihn jedenfalls nicht daran, sie vor 60 Jahren zu heiraten. Jetzt feierten Christel und Hans-Ludwig Zachert ihre Diamantene Hochzeit.

Als „das größte Glück, dass mir im Leben widerfahren ist“, umschreibt Zachert seine Frau Christel. Insofern war es gut, dass sich der damals 17-Jährige in der Tanzstunde im zerbombten Nachkriegsberlin nach einigem Zaudern doch dazu überwinden konnte, die drei Jahre jüngere hübsche Kaufmannstochter anzusprechen. Mit Erfolg: „Mir war schnell klar: Wenn Du mal jemanden heiratest, dann diesen Kerl“, erinnert sich Christel Zachert schmunzelnd an gemeinsame Theater- und Konzertbesuche. Vollzogen wurde der Entschluss kurz vor Weihnachten 1961 auf dem Bonner Standesamt. An den Rhein war das Paar gemeinsam mit Zacherts Eltern gewechselt; der Vater, Professor für Japanologie, hatte einen Ruf nach Bonn erhalten.

Zeit für die Familie als hohes Gut

Angesichts der starken beruflichen Beanspruchung ihrer eigenen Eltern sei für sie selbst ausreichend Zeit für die Familie stets ein hohes Gut gewesen, erzählt Christel Zachert. „Diesem Kerl“ hielt sie bereitwillig den Rücken frei, als er nach dem Jurastudium im Bundeskriminalamt Karriere machte – von der laufbahnspezifischen Ausbildung bis zum BKA-Präsidenten.

Mit dem Tod von Tochter Isabell, die 1982 mit 16 Jahren an Krebs starb, ereilte die Zacherts das schlimmste Schicksal, welches eine Familie erfahren kann. „Wir haben sie nie allein gelassen und als Familie zusammengehalten“, erinnern sich die Eltern an jene Zeit, die zugleich zur Grundlage von Christel Zacherts Lebenswerk wurde.

Ihr Buch „Wir treffen uns wieder in meinem Paradies“ über Isabells letztes Lebensjahr mit den Aufzeichnungen des Mädchens wurde zum Welterfolg und half dem Thema Kinderkrebs aus der Tabuzone heraus. Und aus der persönlichen Erfahrung in einer Zeit ohne Kinderonkologie erwuchs die Idee für eine Stiftung. Heute ist die Isabell-Zachert-Stiftung, die inzwischen als Familienstiftung firmiert, eine bedeutende Säule unter dem Dach der Deutschen Kinderkrebsstiftung.

Bei den jährlichen Sponsorenfahrten mit dem Rad durch Deutschland mit der International Police Assoziation waren die Zacherts jahrelang selbst ganz vorne mit dabei. Mit 67 Jahren bezwang Christel Zachert 2007 den Kilimandscharo und warb mit der Aktion 25.000 Euro Spendengelder ein. Auch in diesem Jahr kamen wieder 87.000 Euro an Spenden zusammen, die größtenteils in den traditionellen „Waldpiraten-Camps“ für tumorerkrankte Kinder und ihre Geschwister dankbare Verwendung finden.

Nach Jahrzehnten im Bad Godesberger Villenviertel ist das Paar kürzlich nach Bonn gezogen. Dass die ganz große Feier mit den Familien der beiden Söhne pandemiebedingt verschoben wird, ändere an einer Sache nichts: „Unsere vier Enkelkinder sind unser größtes Vergnügen“, sagen die beiden. Und was ist das Rezept ihrer Ehe? „Wenn wir verschiedener Meinung sind, setzen wir uns auseinander. Stabile Basis waren stets unsere gemeinsamen Moralvorstellungen“, so Christel Zachert.

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