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Bonn: Diese Geschäfte öffnen und schließen in der Innenstadt

Veränderungen in der Innenstadt : Diese Geschäfte öffnen neu in der Bonner Innenstadt

In der Fußgängerzone fällt die hohe Zahl freier Ladenlokale auf. Manches Geschäft musste in der Corona-Krise aufgeben. Es gibt aber auch einige Neueröffnungen.

Alles wie immer. Die Geschäfte sind geöffnet, die Restaurants und Cafés ebenfalls. Vor allem an den Wochenenden flanieren viele Einkaufsbummler, teils schwer bepackt mit Tüten und Taschen, durch die Fußgängerzone der Bonner City. Alles wie immer? Beinahe. Denn jetzt trägt man Maske. In den Läden ist das Pflicht, viele lassen sie aber auch draußen auf. Und wer länger nicht in der Innenstadt unterwegs war, stellt noch andere Veränderungen fest.

So fällt ein größerer Leerstand von Ladenlokalen auf. Ob es an Corona liegt oder die Geschäfte schon vorher schlecht liefen? Aber es gibt auch einige Neuerungen.Die Dauerbaustelle am Markt/Ecke Sternstraße neigt sich endlich dem Ende zu. Der Umbau der Löwenapotheke ist abgeschlossen, nebenan wird demnächst eine Modeboutique in einem von Grund auf sanierten Ladenlokal neu eröffnen. Ebenso neu eröffnet hat das niederländische Modelabel Scotch and Soda  in der ehemaligen GA-Geschäftsstelle am Bottlerplatz, wo früher Fahrrad Stromann zu Hause war. In der Kaiserpassage – ohnehin von Leerstand geprägt – läuft in einem der letzten noch verbliebenen Läden – ein Schuhgeschäft –   der Räumungsverkauf.

In einer einstigen Änderungsschneiderei in der Friedrichstraße ist ein vegetarischer Imbiss namens Next eingezogen, und ein Stück weiter östlich in Richtung Belderberg gibt es im früheren Golfshop demnächst ebenfalls Speisen und Getränke: Bono-Food nennt sich das Restaurant.  Zu vermieten steht nach wie vor das ehemalige Bettenhaus Nießen in der Friedrichstraße. Rätselraten gibt seit Langem die Zukunft des Gebäudes auf, in dem seit 1903 das Waffen- und Sportartikelgeschäft Deckers untergebracht war. Vor zwei Jahren schloss Ladeninhaberin Susanne Deckers das Traditionsgeschäft, weil sie keinen Nachfolger fand,  und verkaufte die Immobilien. Seither sind dort die Bauarbeiter zugange, allerdings war bislang nicht zu erfahren, was und wer dort einziehen wird.

Als ob es in Bonn nicht schon genügend Döner-Läden gäbe: In der Poststraße liegen die Arbeiten für den Umbau der früheren Filiale der Bäckerei Lubig in den letzten Zügen. Dort werden demnächst im neuen Mangal Döner und andere Speisen zubereitet. Besitzer ist übrigens der Fußballer Lukas Podolski, der gleich gegenüber auch die Eisdiele Ice Cream United betreibt. Umgebaut wird nicht weit davon weg anscheinend in der Modeboutique Colloseum. Ein Schild am verhüllten Schaufenster verkündet eine Neueröffnung, ein Datum steht indes nicht drauf. Verkraftbar ist sicherlich die Schließung der Filiale einer Billig-Backwarenkette am Münsterplatz, davon hat Bonn wahrlich genug. Nicht weit davon entfernt, In der Sürst, stehen Liebhaber der schnellen italienischen Küche vor dem Vapiano vor verschlossenen Türen. Der Betreiber hat bekanntlich Insolvenz angemeldet, ob die Filiale nochmal öffnen wird, ist fraglich.

Entlang der Sternstraße, einer der beliebtesten Einkaufsstraße mit ihren teils denkmalgeschützten Häusern stehen ebenfalls einige Ladenlokale leer. So prangt zwar an der Boutique Promod ein Schild, auf dem von „temporärer Schließung“ die Rede ist, doch das Ladenlokal ist verwaist, die Leuchtreklame über der Eingangstür abmontiert. Bereits Ende Mai machten Aushänge am Café Giaccomo am Bottlerplatz sowie am Bellini an der Rathausgasse darauf aufmerksam, dass neue Betreiber gesucht werden.

Jannis Vassiliou hat die Entwicklung der Bonner Innenstadt fest im Blick, zumal der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen selbst mit seinem Juweliergeschäft in der Sternstraße zu Hause ist. Er ist überzeugt, dass durch die Corona-Krise so einige Läden und Gastrobetriebe auf der Strecke bleiben werden, deshalb appelliert er eindringlich an Rat und Verwaltung, dafür Sorgen zu tragen, dass die City auch für den Autoverkehr gut erreichbar bleibt. „Der Handel ist das Herz der Innenstadt, ohne ihn stirbt die City.“ Sein größtes Anliegen ist, dass der Cityring wieder geöffnet wird und die „Spielchen mit den ganzen Tests endlich beendet werden“.

Mit Sorgen blickt Vassiliou auf die Zukunft der beiden großen Kaufhäuser Galeria Kaufhof und Karstadt. „Leider erfahren wir als Verband derzeit nichts zu der Frage, wie es weitergeht.“ Beide Häuser sind 2019 unter dem Dach der Signa Holding fusioniert. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen des österreichischen Investors René Benko. Signa gehört auch ein Teil der Immobilien im Viktoriakarree zwischen Rathausgasse und Franziskanerstraße, wo das Unternehmen ein Einkaufszentrum errichten wollte. Die Pläne scheiterten 2015 an einem Bürgerbegehren. Pläne einer anschließenden Bürgerwerkstatt, die unter anderem Wohnungsbau vorsehen, sind bis dato nicht umgesetzt.