Neues Projekt des Dienstleistungszentrums 4000 zusätzliche Termine im Pop-Up-Büro der Stadt

Bonn · Seit mehreren Wochen stellen Auszubildende im sogenannten Pop-Up-Büro im Stadthaus Reisepässe und Personalausweise aus. 4000 Termine zusätzlich konnte die Stadt Bonn auf diese Weise bisher anbieten.

 Die Auszubildende Amine Günay arbeitet gerne an ihrem Schreibtisch im Pop-Up-Büro im Stadthaus-Foyer.

Die Auszubildende Amine Günay arbeitet gerne an ihrem Schreibtisch im Pop-Up-Büro im Stadthaus-Foyer.

Foto: Benjamin Westhoff

Pop-Up-Zelte, die man kinderleicht überall aufbauen und wieder zusammenlegen kann, kennen vielleicht die meisten. Oder Pop-Up-Gastronomie, wie sie unter anderem auf Festivals zu finden ist. Seit Mitte Februar gibt es auch ein Pop-Up-Büro und zwar im Bonner Stadthaus. Es dient dazu, den erfahrungsgemäß steigenden Bedarf an Reise -und Ausweisdokumenten vor den Ferien besser abdecken zu können. Das Besondere: Es arbeiten ausschließlich Auszubildende an den Schreibtischen im Foyer des Stadthauses.

Sichtlich stolz präsentierten die 13 dort tätigen Azubis ihr „eigenes“ Büro, in dem sie von erfahrenen Kollegen aus dem Dienstleistungszentrum (DLZ), den sogenannten Paten, zunächst zwei Wochen lang in die Geheimnisse der Erstellung von Personalausweisen und Reisepässen eingewiesen worden waren. Seither bedienen sie dort die Bürger in den beiden Ausweisangelegenheiten, wobei ihnen nach wie vor ihre Paten aus dem DLZ für Fragen und bei Problemen zur Seite stehen.

Zufrieden mit diesem Projekt zeigt sich Bürgeramtschef Ralf Bockshecker. „Ich freue mich, dass es uns mit dieser Idee gelungen ist, einen vorübergehend erhöhten Terminbedarf erfolgreich zu bewältigen. Das Feedback der Bürgerinnen und Bürger auf unser Angebot war sehr positiv. Unsere Azubis, die sehr engagiert bei der Sache sind und deren freundlicher Service oft gelobt wird, haben daran einen maßgeblichen Anteil. Dafür danke ich ihnen herzlich.“ Zusätzlich rund 4000 Termine habe das DLZ dadurch bislang anbieten können. Auf diese Weise hätten nicht nur erheblich mehr Anträge für Reisepässe und Personalausweise bearbeitet, sondern auch die Vorlaufzeit für einen Termin stark verkürzt werden können. So erhielten viele Bürgerinnen und Bürger im Pop-Up-Büro tagesaktuell oder spätestens innerhalb von zwei Wochen einen Termin für ihr Anliegen. Sogenannte Notfälle, bei denen Bürger kurzfristig ein neues Reisedokument benötigen, habe es seither deutlich weniger als zuvor gegeben, so der Amtsleiter.

Donatella Granatella, zuständige Sachgebietsleiterin, lobte die Azubis ebenfalls. Sie hätten ihre Aufgabe in hervorragender Weise bewältigt. „Der Versuch mit dem Pop-Up-Büro ist wirklich gut gelungen“, sagte sie. Auf die Frage, ob sie sich nicht doch etwas sehr unter Beobachtung fühlten – immerhin kann jeder von der Treppe aus auf die Köpfe der jungen Mitarbeiter schauen – kam von allen ein klares Nein. „Wir haben hier einen tollen Kontakt zu den Bürgern und kriegen auch von den meisten ein positives Feedback“, versicherte Azubi Amine Günay.

Noch bis zum 26. April ist das Pop-Up-Büro geöffnet. Dann ziehen dort vorübergehend die Mitarbeiter des Wahlbüros ein, um die Europawahl in Bonn vorzubereiten. Aufgrund des großen Erfolgs kündigte Bockshecker an, vor den Sommerferien erneut ein Pop-Up-Büro des DLZ mit Azubis öffnen zu wollen. „Das ‚Pop-Up-Büro‘ ist sicher keine Dauerlösung, aber gut prognostizierbare Spitzenzeiten, wie wir sie erfahrungsgemäß vor den Oster- und Sommerferien haben, lassen sich damit sehr gut bewältigen.“

Etwas kritischer sieht Personalratsvorsitzender Christoph Busch auf das Pop-Up-Büro mit den Azubis. „Das ist sicher keine optimale Lösung.“ Allerdings zeige dies plastisch, wie sehr das Stadthaus aus allen Nähten platze. „Wir benötigen dringend mehr Raum“, sagte er mit Blick auch auf die anstehende Entscheidung über die Frage, ob das marode Stadthaus abgerissen und neu errichtet oder saniert wird.

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