Entwarnung am Abend Fässer in Dransdorf waren mit Lösungsmittel befüllt

Update | Bonn · In Dransdorf in der Nähe der Bahnhaltestelle „Robert-Kirchoff-Straße“ sind am Dienstag mehrere Fässer mit einer unbekannten Flüssigkeit entdeckt worden. Am Abend wurde Entwarnung gegeben.

 Einsatzkräfte untersuchen die Fässer.

Einsatzkräfte untersuchen die Fässer.

Foto: Richard Bongartz

Ein chemischer Geruch in der Luft hat am Dienstagmittag eine Heerschar von Einsatzkräften nach Dransdorf in die Nähe der Haltestelle „Robert-Kirchhoff-Straße“ gelockt. Dort standen am Abgang der Fußgängerbrücke der Stadtbahnlinie 18 zur Gerhart-Hauptmann-Straße 15 verrostete und teils vergammelte Fässer auf einer Wiese.

Wenn so etwas passiert, gehen beim Ordnungsamt sofort die Alarmglocken an. 60 Einsatzkräfte kamen in die Siedlung. „Wir wissen ja nicht, was das für ein Stoff ist“, sagte Karsten Windolph, Einsatzleiter vom Ordnungsamt der Stadt. Nachmittags fahren im Viertel die Jüngsten immer mit ihren Rädchen und Rollern herum.

Anwohner teilten den Helfern mit, dass die Fässer vermutlich in der Nacht von Montag auf Dienstag dort abgestellt worden waren. So sperrte man alles großzügig ab, damit die Einsatzkräfte ihre Arbeit machen konnten.

Bilder vom Großeinsatz in Dransdorf
14 Bilder

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„Wir müssen jedes Fass einzeln proben“, sagte Windolph. So war extra das Messfahrzeug des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) bestellt worden, das nach der Alarmierung gegen 11.30 Uhr noch gut zwei Stunden bis Bonn brauchte. In der Zeit durfte schon niemand mehr auf den Weg entlang der Gleise. Wer die Stadtbahnen erreichen wollte, musste die Bahnübergange am Bendenweg nutzen.

Nach zwei bis drei Stunden war schnell klar, dass der Einsatz noch bis in den späten Abend dauern würde. Ein Helfer bedauerte, dass er sich keine warme Jacke mit eingepackt hatte. Das Technische Hilfswerk hatte Beleuchtung installiert. „So ein Einsatz ist eher ungewöhnlich, kommt nur ab und an mal vor“, sagte Windolph. Illegale Müllkippen seien dagegen an der Tagesordnung. Egal, wie gefährlich die Flüssigkeiten in den Fässern sind, sie gehören laut Ordnungsamt auf keinen Fall in die Natur, sondern auf den Wertstoffhof.

Immer wieder näherten sich Einsatzkräfte mit Schutzkleidung und Atemschutz den Fässern, um sie zu inspizieren. Eine Nachbarin hoffte, dass alles gutgeht, denn „hier laufen ja die kleinen Kinder rum“. Eine andere Anwohnerin wusste, dass die Entsorgung solcher Fässer viel Geld kostet, „und die meisten wollen das dann nicht bezahlen“. Es hieß: „Die sollen das da hinbringen, wo es hingehört.“

Franziska Fingerhuth, Kevin Zander, und Pascal Böff hatten sich hinter dem Haus am Flatterband Stühle aufgestellt und damit den besten Blick auf die Arbeit der Einsatzkräfte. Es war ein Spektakel für die gesamte Siedlung.

Vor allem die Kinder waren sehr neugierig und wollten alles wissen, zum Beispiel vom Mann vom Ordnungsamt. Warum er denn keine Pistole dabei habe. „Die brauchen wir nicht. Wir machen das mit Worten“, sagte er. Ein kleiner Junge fragte, warum er nicht hinter die Absperrungen darf. Auch da bekam er eine freundliche Erklärung. Dann kam ein junger Mann, nutzte die Gunst der Stunde: Er wollte wissen, wie man sich beim Ordnungsamt bewerben könne.

Als einer der Helfer wieder in die Fässer schaute, verbreitete sich ein Geruch nach Lösungsmittel meterweit. „Wir wollen die intakten Fässer später vielleicht abtransportieren“, sagte Sascha Hessenbruch, Abteilungsleiter im Ordnungsamt. Es wurde aber auch ein Container aufgestellt, in den man nach dem Einsatz die 60-Liter-Fässer über Nacht sicher verstauen konnte.

Am Abend gingen die Einsatzleiter davon aus, dass von den Fässern keine Gefahr ausgeht und wahrscheinlich auch nichts in den Boden gesickert ist. Federführend war in den Stunden das Ordnungsamt, die Feuerwehr beispielsweise leistete wie viele anderen Amtshilfe.

Gegen 21.45 Uhr gab es von der Stadt Bonn Entwarnung. Die rostigen Metallfässer waren zum Teil mit eingetrockneten Lösungsmittel befüllt und werden fachgerecht entsorgt. Es bestand keine Gefahr.

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