Bonner Ärzte kritisieren E-Rezept „Es ist Montagmorgen, das Wartezimmer voll, das System stürzt ab“

Bonn · Bonner Ärzte üben harsche Kritik an der Gesundheitspolitik. Das elektronische Rezept funktioniert nicht reibungslos. Die Digitalisierungsmaßnahmen beeinträchtigen ihren Praxisablauf, sagen die Ärzte - so wie 88 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten bundesweit. Was Bonner Ärzte erleben.

Auch Bonner Ärzte beklagen sich über Fehlermeldungen beim E-Rezept, die Zeit kosten.

Auch Bonner Ärzte beklagen sich über Fehlermeldungen beim E-Rezept, die Zeit kosten.

Foto: obs/ABDA

Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Vom Bonner Hausarzt Holger Liebermann bekommt das elektronische Rezept eine schlechte Note. „Zu kompliziert, zu anfällig“, kritisiert er. Die bundesweite Einführung im Januar hatte, wie berichtet, teils zu massiven Problemen in Praxen und bei Apotheken geführt, das System war überlastet. „Jetzt läuft es besser, aber immer noch nicht reibungslos“, sagt Liebermann. Doch das E-Rezept ist nur ein Punkt der Gesundheitspolitik, der auch Bonner Ärzte in Aufruhr bringt. Was los ist, macht die Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen deutlich. Unter dem Titel „Rettet die Praxen“ fordern sie unter anderem sinnvolle Digitalisierung, weniger Bürokratie und tragfähige Finanzierung.