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Bonn: Edeka in Dransdorf bis Anfang November geschlossen

Umbauarbeiten : Dransdorfer Edeka bis Anfang November geschlossen

Edeka Bachem am Vorgebirgsbahnweg investiert in moderne Technik. Das lokale Sortiment bestücken künftig Produzenten aus der Umgebung. Am 4. November ist Wiedereröffnung.

Wie oft Edeka-Marktleiter Maximilian Bachem jeden Tag Kunden aus dem Geschäft am Vorgebirgsbahnweg verscheuchen muss, mag er gar nicht zählen. Immer wieder: „Der Edeka hat wegen Umbau geschlossen.“ Manche Kunden sind überhaupt nicht einverstanden mit der Auskunft, schließlich ist heute ihr Tag für den Wocheneinkauf. Und jetzt? Die Bäckerei im Eingangsbereich hat zwar weiter geöffnet, aber im Supermarkt haben seit vergangener Woche die Handwerker das Sagen. Laut Zeitplan soll der umgebaute Edeka am Donnerstag, 4. November, wieder öffnen.

Bachem ist eine Kaufmannsdynastie in der dritten Generation, ein Familienbetrieb mit Stammsitz in Poppelsdorf. Seit 1960 sind sie „Edekaner“. Das Geschäft in Dransdorf wurde 2011 eröffnet. Die anfallenden Aufgaben teilen sich Werner (62) und Laura (67) Bachem und der 27-jährige Sohn Maximilian. Eigentlich gab es an dem Dransdorfer Supermarkt nichts auszusetzen, aber die junge Generation blickt schon weiter in die Zukunft.

„Die großen Themen sind Umweltschutz und sich rasch verändernde Kundenbedürfnisse“, sagt Maximilian Bachem. Guten Gewissens könne man beispielsweise die umweltbelastenden Kühlmittel in den Theken nicht mehr akzeptieren. Daher wird das gesamte Kältesystem auf CO2 umgestellt, Raumheizung und -kühlung ebenfalls. Bachem rechnet vor, dass damit 50 Prozent der Treibhausgasemissionen reduziert werden können und sich die Energieeffizienz um durchschnittlich zehn Prozent verbessert. Der gesamte Markt wird nach Stromfressern abgesucht, dazu zählt beispielsweise auch die herkömmliche Beleuchtung.

Erhebliche Stromeinsparung

„Mit wachsendem Umweltbewusstsein sind entsprechende politische Entscheidungen verbunden. Wir wollen nicht warten, bis sie Gesetz werden“, sagt der Kaufmann. Zumal mit steigenden Energiekosten ohnehin zu rechnen sei. „Wenn wir eine durchschnittliche Steigerung zugrunde legen, bezahlen wir 2022 möglicherweise rund 15.000 Euro pro Jahr mehr für den Strom“, erläutert Bachem. Daher sei der Umbau eine Investition in die Zukunft.

Weiteres Argument für die Modernisierung des Marktes ist das Kundenverhalten. „Die Trends sind kurzlebiger, Kunden wollen mehr Frische und vegetarische oder vegane Produkte.“ In den sozialen Medien würden Produkte angepriesen, nach denen die Kundschaft tags darauf im Geschäft fragt. „Das Angebot wird breiter und ständig ergänzt.“ Neu ist ein lokales Sortiment, das Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Eier, Honig, aber auch Öle, Kaffee und Spirituosen von Produzenten aus einem Umkreis von höchstens 30 Kilometern bezieht.

Was macht einen guten Markt aus?

„Ein nachhaltiges Konzept kann sich nicht nur auf die Technologie beschränken. Auch die Herkunft der Waren spielt wegen  kurzer Transportwege eine Rolle.“ Außerdem ist Bachem überzeugt, dass Kunden den Unterschied schmecken, ob etwa ein Apfel aus der Region kommt oder als Massenware von irgendwoher.

„Die Suppendose oder die Tüte Chips machen noch keinen guten Laden.“ Bachem hat klare Vorstellungen, wie ein moderner Lebensmittelmarkt aussehen muss. Für die Kunden soll der Einkauf mehr Wert haben, als lediglich Produkte in die Tasche zu packen und nach Hause zu tragen. Die Ansprüche der Dransdorfer Kundschaft seien höchst unterschiedlich. „Der eine bevorzugt Selbstbedienung, der andere wünscht eine Beratung. Der eine will günstig einkaufen, der andere hochwertiger.“ Um den verschiedenen Nationalitäten gerecht zu werden, bekommen russische, polnische und türkische Lebensmittel je ein eigenes Regal. Bachem: „Die Kunden wollen Originalprodukte.“