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Bonn: Einsatzkräfte auf dem Weg nach Athen - Bekämpfung der Waldbrände

Bonner leisten Waldbrandhilfe in Athen : „Vor diesem Einsatz haben wir einen ziemlichen Respekt“

57 Helfer aus der Region sollen helfen, die Flammenhölle in Griechenland zu bekämpfen. Es ist ein Einsatz, vor dem sie „einen ziemlichen Respekt“ haben, wie es in der Bonner Feuerwehrzentrale heißt.

Sie hatten nur wenige Stunden, um sich abreisefertig zu machen: Am frühen Sonntagmorgen sind 55 Feuerwehrleute aus Bonn, Königswinter und Leverkusen in einem langen Konvoi nach Griechenland aufgebrochen, um dort beim Löschen der verheerenden Waldbrände zu helfen. Wenn alles planmäßig läuft, sollen die spezialisierten Helfer mit insgesamt 19 Fahrzeugen am Sonntagabend ihr erstes Zwischenziel bei Innsbruck erreichen und am Mittwoch am Einsatzort eintreffen. Zwei weitere Feuerwehrmänner fliegen am Montag als Vorauskommando nach Athen.

„Wir haben die endgültige Einsatzanforderung in der Nacht zum Samstag erhalten“, berichtet Lutz Schumacher vom Führungsdienst der Bonner Berufsfeuerwehr. Zuvor hatte Griechenland über die Europäische Union (EU) Hilfe bei der Brandbekämpfung angefordert. Die Bonner Truppe gehört zu einem sogenannten Waldbrandmodul. Das besteht aus vier geländefähigen Löschfahrzeugen, einer Führungs- sowie einer Versorgungseinheit. Die EU hat ein Katastrophenschutzverfahren entwickelt, das solche Spezialeinheiten für Großbrände vorsieht. Sie sollen kurzfristig und gut vorbereitet innerhalb der Union angefordert werden können. Das Waldbrandmodul der Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen existiert seit 2019 – und hat nun seine erste Bewährungsprobe im Ausland zu bestehen.

Am Samstagabend kamen die Helfer in Bonn zur Besprechung zusammen, packten dann ihre Sachen, schliefen ein paar Stunden und starteten am Sonntag um 7 Uhr von der Hauptwache am Lievelingsweg. Im Konvoi nach Griechenland fahren 36 Männer und Frauen aus Bonn mit, darunter 32 aus der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr. Das Rote Kreuz und die Malteser haben vier Leute als Versorgungseinheit mitgeschickt. Denn die Gruppe unter Leitung des Bonner Beamten Simon Friz muss laut EU-Vorgaben vollkommen autark sein: mit Essensvorräten für zwei Wochen, Zelten, Betten und mobilen Toiletten, um die Einsatzleitungen vor Ort nicht mit zusätzlichem Organisationsaufwand zu belasten. Sie hat allein zwei Lastwagen mit Trinkwasser dabei.

Besondere Ausrüstung für den Kampf gegen die Feuerwalze

Die Route führt über Österreich nach Italien an die Adriaküste. Von Ancona aus nehmen die deutschen Helfer am Montag die Fähre nach Griechenland, die nach rund 24 Stunden in der Hafenstadt Patras ankommen soll. „Wir haben die Reise am Samstag mit Hilfe unserer Netzwerke bei der italienischen und österreichischen Feuerwehr organisiert“, berichtet Lutz Schumacher. Bei Innsbruck soll die Gruppe am Sonntag in einer Feuerwehrschule übernachten.

Der Einsatz wird vermutlich bei Athen stattfinden und dort etwa eine Woche dauern. Neben den geländefähigen Löschfahrzeugen haben die Deutschen eine besondere Ausrüstung für den Kampf gegen die Feuerwalze in großer Hitze dabei: dünnere Schutzkleidung, leichtere Helme und spezielle Werkzeuge. Waldbrände in diesem Ausmaß dürften für die meisten aus der Gruppe eine neue Erfahrung sein. „Vor diesem Einsatz haben wir schon einen ziemlichen Respekt“, sagt Schumacher. Aus diesem Grund begleiten vier Fachberater aus der Hilfsorganisation „@fire“ den Konvoi. In dem Verein haben sich Experten für den Einsatz bei Naturkatastrophen und Großfeuern organisiert.