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Bonn: Eisbahn darf doch in den Stadtgarten

Stadtkonservatorin bestätigt : Eisbahn darf doch in den Bonner Stadtgarten

Die Eisbahn im Stadtgarten kann aus Sicht des Denkmalschutzes nun doch in der beantragten Form gebaut werden. Das sagte Stadtkonservatorin Katrin Bisping am Freitag gegenüber dem General-Anzeiger.

Damit darf Betreiber Ottmar Kaiser hinter dem Hauptzelt parallel zur B9 auch im rechten Winkel ein kleineres zweites Zelt anbauen. Ein vom Betreiber zusätzlich eingereichter maßstäblicher Plan habe zu der veränderten Einschätzung geführt. Grundsätzlich sei der Standort, ehemals nur als Provisorium als Ersatz für die Museumsmeile gedacht, aber zu klein.

Zu der Behinderung der Sichtachse in der Poppelsdorfer Allee durch einen Foodtruck, der Bedürftige versorgte, sagte Bisping, sie habe lediglich eine Verlegung des Standes um wenige Meter vorgeschlagen. Dies gelte auch für andere Anbieter wie Crêpe-Verkäufer, die ebenfalls regelmäßig die historische Sichtachse versperren würden. Wie es zu der Verlegung auf die andere Seite der Gleise zum Kaiserplatz gekommen sei, wisse sie nicht.

Vertreter der Wohlfahrtsverbände übten indessen scharfe Kritik am Verhalten der Stadt. „Menschen, die sich privat engagieren, werden unnötig in ihre Schranken gewiesen“, kritisierte Diakonie-Chef Ulrich Hamacher bereits die erste Verlegung des Hilfsangebots. Ein Bürger hatte sich über „picknickende“ Obdachlose beschwert. „Statt dessen hätte das Ordnungsamt zwei Leute schicken können, um für den nötigen Abstand unter den Bedürftigen zu sorgen.“ Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider sagte: „Ohne die karitative Hilfe von Ehrenamtlichen wäre die Versorgung vieler Bonner Bürger in der Corona-Krise desolat gewesen.“ Die aber sei hundertmal wichtiger als jede Sichtachse.