Verein fordert Änderung Schwarzfahrer sollen in Bonn nicht mehr ins Gefängnis

Bonn · Wer beim Schwarzfahren erwischt wird und die Strafe von 60 Euro nicht zahlt, muss ins Gefängnis. Ein Bonner Verein will das per Bürgerantrag ändern. Gegenwind kommt allerdings von den Stadtwerken Bonn.

Schwarzfahrenden droht eine Strafanzeige wegen Beförderungserschleichung.

Schwarzfahrenden droht eine Strafanzeige wegen Beförderungserschleichung.

Foto: Benjamin Westhoff

Wer an Gefängnisstrafen denkt, denkt vermutlich zuerst an Mord, Betrug, Raub oder vielleicht auch Steuerhinterziehung. Das jährlich Hunderte Menschen Freiheitsstrafen wegen Schwarzfahrens verbüßen, dürfte sicher viele überraschen. Fällig wird diese, wenn Fahrgäste in Bus und Bahn keinen gültigen Fahrschein vorweisen und das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro nicht zahlen können oder wollen. Diese Regelung sei unfair und treffe vor allem benachteiligte Bevölkerungsgruppen, kritisiert der Bonner Verein Stadtstreifen und fordert in einem Bürgerantrag das Ende dieser Strafverfolgung in der Bundesstadt. Städte wie Köln, Düsseldorf, Münster oder Bremen haben bereits darauf verzichtet.