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Bonn-Endenich Brahmsstraße: Stadt stellt Poller gegen Falschparker auf

Brahmsstraße in Endenich : Stadt Bonn stellt Poller gegen Falschparker auf

In der Brahmsstraße in Endenich stehen nach langer Debatte jetzt Poller. Die Bonner Stadtverwaltung will mit der Maßnahme verhindern, dass Autofahrer auf den Gehweg ausweichen oder ihn als Parkplatz nutzen.

Seit vielen Jahren ist Rolf Beu (Grüne) in der Bonner Kommunalpolitik unterwegs. Normalerweise kann den erfahrenen Endenicher Stadtverordneten kaum noch etwas überraschen. Doch als er kürzlich in Endenich unterwegs war, hatte auch er ein Aha-Erlebnis: Erst im vorigen Jahr beschlossen, stehen entlang der Brahmsstraße auf dem Bürgersteig vor der Kindertagesstätte der evangelischen Trinitatiskirchengemeinde nun Poller. Wildes Parken auf dem Fußweg, wie seit Jahren dort vor allem abends üblich, ist seither nicht mehr möglich.

„Ich muss schon sagen, da hat die Verwaltung den Beschluss der Bezirksvertretung aber schnell umgesetzt“, lobt er die Stadt Bonn. Der Stadtverordnete ist auch Vorsitzender der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Bonn und hat einen entsprechenden Bürgerantrag mitbeschlossen. Zuvor hatten sich Mitglieder des Gremiums aus allen Parteien die Situation vor Ort genau angeschaut. Hintergrund: Die Verwaltung hatte vehement von Pollern abgeraten. Nicht zuletzt würden sie häufig umgefahren und müssten wieder ersetzt werden. Ihre Äußerung, deshalb würden keine Poller in der Stadt mehr aufgestellt, widerlegten die Politiker mit aktuellen Beispielen. So hat die Stadt entsprechende Poller auch auf einem Abschnitt des Bürgersteigs an der Sebastianstraße in Poppelsdorf wie auch am Flodelingsweg aufstellen lassen.

Doch nicht nur das verbotswidrige Parken führte zu dem Beschluss, sondern auch der Fakt, dass bei Gegenverkehr Autos aus Richtung Regerstraße vor dem Kindergarten oftmals auf den Gehweg ausweichen und damit Fußgänger gefährden – darunter wegen des Kindergartens viele Eltern mit kleinen Kindern. Der Antragsteller hatte deshalb auch gefordert, die Brahmsstraße in Richtung Endenich Mitte als Einbahnstraße zu deklarieren. Doch diesem Wunsch trug das Gremium nicht Rechnung. Beu hatte in der Sitzung darauf hingewiesen, dass laut Verwaltung rund 90 Prozent der Autofahrer in Richtung Endenicher Ei/Autobahn führen und der Gegenverkehr nur zehn Prozent betrage. Hanno Raußendorf (Linke) hatte daraufhin vorgeschlagen, den Verkehr über Frongasse, Pastoratsgasse und Endenicher Straße umzuleiten. „Die Brahmsstraße hat es nicht verdient, Schleichweg zur Autobahn zu sein“, hatte er seinen Vorschlag damals begründet.

Die Bezirksvertretung beschloss weiter, die Verwaltung solle zwei Parkplätze mit Parkscheibenregelung (eine halbe Stunde in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr) auf der Brahmsstraße nahe der Kindertagesstäte abmarkieren lassen. Die Parkplätze sollen unter anderem Eltern dienen, die ihre Kinder mit dem Auto in die Kita bringen oder abholen. Diese Maßnahme ist indes bislang noch nicht in die Tat umgesetzt worden. Auch forderten die Bezirksverordneten mehr Kontrollen durch das städtische Ordnungsamt. So ist ein Stück weiter der Brahmsstraße vor der Einmündung zur Regerstraße zu beobachten, dass dort ebenfalls regelmäßig, aber verbotswidrig auf dem Gehweg geparkt wird.