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Bonn-Endenich: Endenicherin organisiert Flohmarkt

Verkaufsstände über Endenich verteilt : Endenicherin organisiert an diesem Sonntag Stadtteilflohmarkt

Daria Bitniok hat die Flohmärkte im zurückliegenden Jahr sehr vermisst. Von ihrer Idee, ganz Endenich einzubinden, sind die 170 Teilnehmer begeistert. Die private Veranstaltung am kommenden Sonntag ist erlaubt.

 Alle wollen wieder raus aus den eigenen vier Wänden, das ist derzeit überall zu spüren. Auch Daria Bitniok stellt das fest: Ihrem Aufruf, sich an einem privaten Flohmarkt in Endenich zu beteiligen, folgen sage und schreibe 170 Haushalte. „Der Tenor war: Endlich passiert etwas“, fasst sie die Rückmeldungen zusammen. Jetzt hofft sie auf gutes Wetter für diesen Sonntag, damit ihr engagiertes Projekt nicht ins Wasser fällt.

„Wir haben schon häufiger einen kleinen Gartenflohmarkt gemacht“, erzählt die Endenicherin. Aber vor allem während der Corona-Zeit fehlten ihr die großen Flohmärkte, in der Rheinaue etwa. In anderen Stadtteilen habe es im Spätsommer und Herbst zwischenzeitlich kleinere private Gartentrödelmärkte gegeben, berichtet ihre Freundin Antje Plojetz, die ebenfalls mitmacht. „Warum nicht in Endenich? Der Stadtteil gibt es her“, sagt Bitniok. Dort lebe eine gute Mischung aus Studierenden, jungen Familien und älteren Menschen.

Und viele, vor allem die Familien, hätten auch eine Menge Sachen, die sie loswerden wollen – etwa weil die Kinder aus der Kleidung herausgewachsen oder für manche Spielsachen zu alt sind. „Das Zeug muss weg“, sagt Bitniok. Ihre Vorstellung war, dass man vielleicht den Endenicher Stadtpark dafür nutzen könne. Sie fragte als erstes beim Endenicher Ortsausschuss an, ob der die Federführung für den Flohmarkt übernehmen wollte. Dieser lehnte ab, denn das hätte unter anderem bedeutet, Genehmigungen und Versicherungen zu organisieren und Ehrenamtler für die Durchführung zu rekrutieren – zu viel Aufwand, zumal vor zwei Monaten hinsichtlich Corona noch nicht absehbar war, was jetzt, Ende Juni, alles möglich ist.

Stände dürfen nicht auf öffentlichen Gehwegen stehen

Bitniok war enttäuscht, wollte aber nicht aufgeben. Deshalb machte sie sich bei der Stadt Bonn schlau. Das Ergebnis: Solange man auf privaten Flächen bleibt und eine solche Veranstaltung nicht regelmäßig anbieten möchte, spricht nichts dagegen. Wichtige Bedingung: Stände dürfen nicht auf öffentlichen Gehwegen stehen. Wer in Mehrfamilienhäusern wohnt, muss mit dem Vermieter oder der Immobiliengesellschaft abklären, ob man Trödelstände auf dem Grundstück aufbauen darf. Auch Fensterverkauf ist möglich. „Es ist erlaubt, also machen wir es“, beschloss Bitniok. Sie druckte Flyer, warb im Internet und bekam eine überwältigende Resonanz.

Die Standorte quer durch den Stadtteil vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium bis zum Meßdorfer Feld sind mit Luftballons markiert. Außerdem gibt es unter www.flohmarkt-endenich.de eine Übersichtskarte. Manche Teilnehmer bauen gemeinsam an einer Adresse auf, was sich zum Beispiel bei den Wahlverwandtschaften an der Sebastianstraße anbietet. Antje Plojetz hat Familien aus Witterschlick, Rüngsdorf und Gronau auf dem Grundstück, Bitniok teilt sich den Vorgarten mit einer Familie aus Koblenz. Den beiden geht es vor allem darum, „dass man mal wieder rauskommt“ und Kontakt zu anderen Leuten aufnehmen kann. „Mein fünfjähriger Sohn will natürlich primär Geld verdienen“, sagt Plojetz. Sie ist gespannt, wie lange er durchhält.

Der Endenicher Flohmarkt hat am Sonntag, 27. Juni, von 11 bis 16 Uhr geöffnet.