Knöllchen statt Schnäppchen Flohmarkt in Tannenbusch sorgt erneut für Verkehrschaos

Tannenbusch · Eigentlich hatte der Veranstalter des Flohmarkts am Tannenbusch-Center zusammen mit der Stadt Bonn ein Konzept erarbeitet, um ein Verkehrschaos zu verhindern. Das stellte sich jedoch als wenig hilfreich heraus. Was sagen die Besucher?

 Der Flohmarkt am Tannenbusch-Center ist sehr frequentiert. Die überwiegend auswärtigen Besucher sind auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz.

Der Flohmarkt am Tannenbusch-Center ist sehr frequentiert. Die überwiegend auswärtigen Besucher sind auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz.

Foto: Sebastian Flick

Das Verkehrschaos blieb auch dieses Mal nicht aus. Dabei hatte die Stadt in Abstimmung mit dem Veranstalter Lampert Märkte ein neues Konzept erarbeitet, um Verkehrsbehinderungen rund um den Flohmarkt am Tannenbuscher Einkaufszentrum zu vermeiden. Allerdings haben die Veränderungen nicht zu der gewünschten Entlastung geführt. Auch dieses Mal ging auf der Oppelner Straße zeitweise nichts mehr. Während sich Hunderte von Besuchern zeitgleich über die Marktfläche vor und hinter dem Einkaufszentrum schoben, ertönte auf der Oppelner Straße ein Hupkonzert, das sogar die lauten Markthändler, die beim Anpreisen ihrer Angebote um die Wette schrien, übertönte.

Der Verkehr staute sich vor dem Einkaufszentrum mitunter in beide Fahrtrichtungen. Ein Besucher, der die Schnäppchenjagd bereits erfolgreich abgeschlossen hatte, saß, vollgepackt mit seinen Taschen, an der Oppelner Straße und schüttelte beim Beobachten des Verkehrs nur den Kopf: „Entweder müsste man eine andere Veranstaltungsfläche finden oder mehr Parkplätze schaffen“, stellte er fest, während ein Fahrzeug vor ihm gerade versuchte, mitten auf der Straße zu wenden. Er selbst habe dieses Mal etwas weiter weg geparkt: „Letztes Mal habe ich hier nur kurz gehalten, um meine Frau aussteigen zu lassen, und habe vom Ordnungsamt gleich einen Strafzettel in Höhe von 55 Euro bekommen“, berichtet er. Zum Flohmarkt in Tannenbusch komme er regelmäßig aus Brühl und die leidige Suche nach einem Parkplatz ist ihm längst bekannt.

Achtet man auf die Autokennzeichen, ist festzustellen, dass der Flohmarkt viele Auswärtige anlockt. Höchstens jeder vierte Wagen hat ein Bonner Kennzeichen. Die anderen Besucher kommen unter anderem aus Köln, dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis oder dem Kreis Ahrweiler. Immer wieder halten Fahrzeuge auf den Taxi- und Busstreifen, um Mitfahrende aussteigen zu lassen.

Verkehrskonzept löst Problem nicht

Als Teil des Entlastungskonzeptes hat die Verwaltung Abschnitte der Oppelner Straße und der Agnetendorfer Straße sperren lassen. „Damit Busse, Taxis und Rettungsfahrzeuge hier weiterhin durchfahren können“, sagte einer der Ordner, der sehr damit beschäftigt war, Autofahrern zu erklären, welche alternative Route sie nehmen können und wo es noch freie Parkplätze geben könnte. Ebenfalls zu dem neuen Konzept gehört, dass während der Flohmärkte die Einfahrt in die Wohngebiete Beuthener Straße, Sonnenhof/Kronstädter Straße nur Anliegern gestattet wird. Aus Sicht von Marktbetreibern und Besuchern ist die Verkehrslenkung kaum wirksam. „Die Sperrungen lösen das Problem nicht. Es fehlt hier einfach an Platz. Diese Veranstaltungsfläche ist zu klein für eine so große Besucherzahl und es gibt zu wenige Parkplätze“, stellte ein Marktbetreiber fest, der von seinem Stand aus die Oppelner Straße im Blick hat.

Die vielen auswärtigen Besucher stehen vor einer großen Herausforderung, wollen sie ihr Fahrzeug in fußläufiger Nähe zum Flohmarkt abstellen. Wer am Vormittag kam, wurde über den Waldenburger Ring und die Hirschburger Straße auf den Parkplatz am Schulzentrum Tannenbusch geleitet. Doch dieser war zur Mittagszeit bis auf den letzten Platz gefüllt. Für viele, die ihren Wagen frustriert und ordnungswidrig auf Gehwegen abstellten, wurde die Schnäppchenjagd zur kostspieligen Aktion. Das Ordnungsamt verteilte Strafzettel.

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