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Bonn: Flugzeug flog Zick-Zack-Kurs am Freitag

Zick-Zack-Flug am Freitag : Darum flog ein Flugzeug enge Schleifen über Bonn

Knapp 1800 Meter über Bonn zog am Freitag ein kleines Flugzeug seine Bahnen über Bonn und der Region. Der Flieger war für ein Magdeburger Unternehmen unterwegs.

Mehr als drei Stunden lang flog eine Maschine am Freitag in Schlangenlinien über Bonn und die Region. Zwischen Bad Neuenahr im Süden, und Overath im Norden wendete es immer wieder und flog so ein Rechteck zwischen Bornheim und Hennef ab. Ein GA-Leser aus Endenich hatte am Freitag das ungewöhnliche Geräusch der zweimotorigen Turboprop-Maschine gehört, jedoch zunächst keinen Flieger am Himmel erkennen können. Mit der App Flight-Radar gelang es ihm dann aber doch den Kurs ausfindig zu machen.

Was sein Handy-Bildschirm anzeigte, waren aber nicht die üblichen Strecken der Linienflüge, sondern Linien, die parallel nebeneinander verliefen. Als die Bewegung anzeigte, dass die Maschine über seinem Haus sein müsste, sah er sie dann auch in der Sonne kurz aufblitzen. Der Grund, warum der Bonner das Flugzeug der Marke Piper kaum sehen konnte, liegt in der Flughöhe. Der Pilot war in 5800 Fuß, also rund 1,8 Kilometer Höhe unterwegs.

Die Kennung der Maschine zeigt laut dem Leser auch, dass es sich um eine amerikanische Maschine handelt. Der Kurs lässt sich anhand von Webseiten wie Planefinder.net nachvollziehen.

Flugsicherung verweist an Firma aus Sachsen-Anhalt

Solche ungewöhnlichen Flüge bleiben bei der Deutschen Flugsicherung nicht unerkannt und eine Nachfrage bei der Pressestelle ergab, dass der Flug dort angemeldet war. Durchgeführt wurde er von der Firma Geofly aus Magdeburg.

Das Unternehmen ist nach eigener Auskunft Dienstleister und hauptsächlich für Behörden unterwegs. Bei dem Flug am Freitag handelte es sich demnach um einen Vermessungsflug.

Der Screenshot zeigt den Kurs der Maschine am Freitag. Foto: privat

Die Flugroute planen die Geofly-Mitarbeiter streifenförmig über das jeweilige Gebiet, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Unternehmens. So wird die Fotografie lückenlos. Die typischen Flugverläufe seien dann beispielsweise im Flightradar zu erkennen.

Unternehmensfoto der Vermessungsflieger der Firma Geofly. Foto: Antje Diehl/geofly

Die entstandenen Fotos werden dann durch Mitarbeiter der Datenproduktion entzerrt (die Verzerrung entsteht aufgrund der Erdkrümmung) und es werden Koordinaten zugeordnet. Möglich sind neben Fotos auch Laserscans, mit denen Höhenmodelle erstellt werden.

Welche Art Vermessung durchgeführt wurde, teilt das Unternehmen nicht mit - aus Verschwiegenheit im Sinne des Auftraggebers, heißt es. Es könnte sich also beispielsweise um die Kartierung von Bäumen handeln, oder aber auch um die Vermessung von versiegelten Flächen. Anhand solcher Daten können Kommunen die Abwassergebühren für ein Grundstück berechnen. Eine ähnliche Überprüfung hat vor kurzem die Stadt Bad Honnef ausgeschrieben. An Bord war ein Hochleistungs-Kamerasystem. Diese erlauben die gleichzeitige Aufnahme von Echtfarb- und Infrarotbildern, heißt es auf der Unternehmensseite.

Google hat mit dem Flug nichts zu tun

Zunächst hatte der Leser vermutet, dass bei dem Flug möglicherweise Luftaufnahmen für den Kartendienst von Google, Google Maps oder Google Earth aufgenommen werden. Eine Unternehmenssprecherin teilte aber mit: „Der von Ihnen angesprochene Flug steht in keinem Zusammenhang mit Google. Google aktualisiert in Deutschland gerade seinen Kartendienst Google Maps vom Boden aus und nutzt dafür Kamerafahrzeuge.

Die Maschine mit der Kennung N980AE ist inzwischen weitergeflogen. Heute macht sie Aufnahmen über München.