Prüfung des Bauwerks Frankenbad in Bonn muss für mehrere Wochen schließen

Nordstadt · Für Untersuchungen für die Machbarkeitsstudie zur Sanierung muss das Frankenbad im März mehrere Wochen schließen. Sorgen von Bürgern widersprach Bäderamtsleiter in der Bezirksvertretung Bonn vehement.

 Ab dem 18. März findet die erste von zwei Bauwerksprüfungen im Frankenbad statt, die Grundlage für eine Machbarkeitstudie sind.

Ab dem 18. März findet die erste von zwei Bauwerksprüfungen im Frankenbad statt, die Grundlage für eine Machbarkeitstudie sind.

Foto: Meike Böschemeyer

Bevor die Sanierung des Frankenbades in der Nordstadt konkreter geplant werden kann, will die Stadt Bonn eine Machbarkeitsstudie durchführen. Die erste von zwei Untersuchungen der Bausubstanz startet laut Verwaltung am Montag, 18. März. Ab dann bis einschließlich 3. April muss das Bad deshalb geschlossen bleiben. Der Verein der Frankenbadfreunde fürchtet schon länger, dass die Sanierung durch die Verzögerungen gefährdet ist und das Bad im Sportpark Nord priorisiert werden könnte. Der Sorge, das Frankenbad wäre das „Schlusslicht“ bei den Verwaltungsplänen für die Bonner Bäder, widersprach Stefan Günther, Leiter des Sport- und Bäderamtes, in der Sitzung der Bezirksvertretung Bonn am Dienstag deutlich: „Wir sehen alle Projekte, die wir im Rahmenplan stehen haben, als gleich wichtig an.“

Im Rahmenplan zur Neugestaltung der Bonner Bäderlandschaft wurde 2020 festgelegt, dass jeder der vier Stadtbezirke ein Hallenbad haben soll. Damit wurde unter anderem die Generalsanierung des Frankenbades, die Sanierung und Erweiterung des von den Schwimm- und Sportfreunden (SSF) betriebenen Schwimmbades im Sportpark Nord sowie ein Interimsbad im Sportpark beschlossen. Das Programm sei „anspruchsvoller, als wir uns das vielleicht vor vier Jahren vorgestellt haben“, sagte Günther. „Deshalb hängen wir im Zeitplan zurück.“ Die 2020 geschätzte Summe von rund 34 Millionen für das Frankenbad sei „aus heutiger Sicht knapp“. Neue Erkenntnisse dazu werden laut Stadt nach der Machbarkeitsstudie vorliegen.

Hauptgrund für die Verzögerungen der Bäderprojekte sei der Personalmangel, erklärte Günther. Deshalb würden nun auch alle Projekte parallel abgearbeitet. Wie gravierend der Personalmangel im SGB und im Bäderamt ist, hatte Sportdezernentin Birgit Schneider-Bönninger in einem vertraulichen Bericht an den städtischen Verwaltungsvorstand ausgeführt, über den der GA berichtete. Demnach ist im SGB aktuell nur etwa die Hälfte der Stellen für die Bädermaßnahmen besetzt.

Die Annahme, dass die Planung für das Bad im Sportpark Nord schneller vorankomme, obwohl es kein öffentliches Bad sei, könne er nicht verstehen, sagte Günther. Zum einen handele es sich dabei nicht um ein rein privates Bad, es stünde auch Vereinen und Schulen zur Verfügung. Zum anderen gehe es beim Sportpark Nord nicht schneller voran: Die Vorentwurfsplanung befindet sich laut Günther in der Abstimmung und werde der Politik „in diesem Jahr“ vorgelegt. Der ursprünglich angekündigte Termin dafür im ersten Quartal 2024 könne nicht eingehalten werden, bestätigte das Presseamt am Mittwoch. Für das geplante Interimsbad im Sportpark werde aktuell eine Leistungsbeschreibung erarbeitet.

Machbarkeitsstudie voraussichtlich im Sommer 2025 fertig

Beim Frankenbad stehen nun erst mal die Bauwerksprüfungen an. Für die erste Untersuchung ab dem 18. März würden Abhangdecken geöffnet, für die zweite im Juni brauche man leere Becken, erklärte eine Mitarbeiterin des SGB am Dienstag. Nach den Untersuchungen soll der Verwaltung zufolge die Studie beauftragt, voraussichtlich im Frühjahr 2025 erstellt und im Sommer 2025 vorgestellt werden.

„Das hört sich für mich schon alles viel besser nachvollziehbar an“, sagte Brigitta Poppe-Reiners von Rheingrün zu den Ausführungen von Günther und dem SGB. Jakob Kraasch (Grüne) betonte, es sei wichtig beim Frankenbad-Projekt in irgendeiner Form vor der nächsten Kommunalwahl 2025 „Fakten zu schaffen“: Denn in der Bevölkerung mache sich das Gefühl breit, das Thema werde immer weiter vertagt bis nach der Kommunalwahl und stehe dann wieder grundsätzlich zur Diskussion. Die Grünen schlugen vor, dass die Verwaltung eine Vorlage mit hoher Priorität erstellen soll, in der die verschiedenen Verfahrensmöglichkeiten zur Sanierung des Frankenbades mit einem „groben Zeithorizont“ dargestellt werden sollen.

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