1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonn: Fridays for Future ziehen durch die Stadt

Demonstration in der Innenstadt : „Fridays for Future“ ziehen erstmals wieder durch Bonn

Rund 100 Teilnehmer von „Fridays for Future“ haben am Freitagvormittag erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder mit einem Protestzug in Bonn demonstriert. Das Rufen von Parolen war ihnen jedoch untersagt worden.

Die Einschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus haben sie nicht zum Schweigen gebracht. Am Freitagvormittag demonstrierten knapp 100 Anhänger von „Fridays for Future“ und befreundeten Gruppen erstmals wieder zu Fuß in der Bonner Innenstadt für mehr Klimaschutz. Im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September forderten die Teilnehmer eine ernst gemeinte Verkehrswende in Bonn.

Auch nach dem Beschluss des Klimanotstands im vergangenen Sommer seien ernsthafte Schritte überwiegend ausgeblieben, kritisierte der Student Ilja Illert aus dem Orga-Team von „Fridays for Future“. Konkret bemängelte er die Verkehrsführung auf der neuen Viktoriabrücke, die Autofahrer einmal mehr bevorzuge und Radler an den Rand dränge. Auf einer Zufahrtsstraße sei ein abgetrennter Radweg erst vor wenigen Tagen durch einen unsichereren Schutzstreifen ersetzt worden, erklärte Illert bei der Abschlusskundgebung auf dem Friedensplatz. „Das können wir uns doch nicht gefallen lassen“, rief der junge Mann.

Protestzug bis zum Friedensplatz

Ein bunter Mix aus Aktiven vom Verkehrsclub Deutschland über die Gegner des Tausendfüßler-Ausbaus auf der A565 bis zu den Organisatoren des Rad-Endscheids Bonn unterstützte die Kundgebung. Familienvater Malte Kleinwort von „Parents for Future“ verglich die Ergebnisse des auslaufenden Lead-City-Programms mit dem geplanten Tierwohllabel des Bundes – als „Feigenblätter“ einer „untätigen Politik“.

So habe die Stadt es versäumt, mit dem Programm den Fuhrpark der Stadtwerke klimafreundlich umzugestalten. Auch das Aus für die Umweltspur auf dem Hermann-Wandersleb-Ring im Stadtrat sei ein Beleg dafür, dass Bonn keine Führungsrolle bei der Verkehrswende übernehme. Vom Hofgarten aus zog der kurze Protestzug in rund 45 Minuten bis zum Friedensplatz.

Dissens über Parolenverbot

Die meisten Teilnehmer trugen Mund- und Nasenschutz. Trotzdem war ihnen seitens des Ordnungsamtes und der Polizei das Rufen von Parolen untersagt worden. Diese Einschränkung wurde auch von Ordnungskräften vor Ort durchgesetzt. Klatschend und klappernd verschafften die zumeist jungen Leute ihrem Unmut dennoch Gehör.

Für künftige Veranstaltungen wollen sie gegen diese Regelung Widerspruch einlegen, da andere Städte derlei Einschränkungen nicht machen würden, so Kleinwort. Das Presseamt konnte den Sachverhalt am Freitagmittag auf GA-Anfrage nicht mehr klären. In zwei Wochen wollen „Fridays for Future“ und „Parents for Future“ ein detailliertes Konzeptpapier zur Verkehrswende in der Stadt vorlegen.