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Bonn: GreenGate-Neubau - Stadt will Aufstockung mit Dachgarten stoppen

Bebauung im Bundesviertel : Stadt Bonn will Aufstockung des Greengate-Hochhauses stoppen

Der Bonner Immobilienentwickler Marc Asbeck will das Greengate-Bürohaus im Bundesviertel mit 17 Etagen und einem Dachgarten errichten. Die Stadt Bonn will das verhindern.

Die Stadt will mit einem neuen Bebauungsplan für ein Grundstück an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Fritz-Erler-Straße die Aufstockung eines im Bau befindlichen Bürohochhauses im Bundesviertel verhindern. Der Stadtrat hat jüngst mit breiter Mehrheit gegen die Stimmen der FDP-Fraktion einen entsprechenden Beschluss gefasst. Auf dem Grundstück errichtet der Bonner Immobilienentwickler Marc Asbeck derzeit das neungeschossige Hochhaus Greengate von etwa 40 Metern Höhe. Die von Asbeck geführte MAG Grundbesitz hat kürzlich eine Bauvoranfrage eingereicht, das Haus mit 17 Etagen bauen zu wollen, obendrauf will er zusätzlich einen zweigeschossigen Dachgarten setzen (insgesamt eine Höhe von 60 Metern). Die Stadtverwaltung sieht diese Pläne im Widerspruch zur Rahmenplanung Bundesviertel, die mögliche Hochpunkte in diesem Bereich definiert. Die Rahmenplanung diene der Orientierung und sei nicht in Stein gemeißelt, hatte die Verwaltung stets betont.

Die neue Bauvoranfrage hat Asbeck aufgrund eines Gerichtsurteils von November zu seinen Gunsten gestellt. Das Kölner Verwaltungsgericht hatte festgestellt, dass der alte Bebauungsplan aus dem Jahr 2013 nicht rechtens ist. Die Stadt habe ihre Planungsziele nicht präzise genug dargelegt. Deshalb gelte für das Grundstück der Paragraf 34 Baugesetzbuch, nach dem sich die dortige Bebauung in die Umgebungsbebauung einzufügen habe. Der Posttower mit 166 Meter Höhe liegt direkt gegenüber dem Grundstück. Asbeck hatte vor sechs Jahren schon einmal beantragt, Greengate mit 17 Stockwerken zu bauen. Zur gleichen Zeit genehmigte die Stadt ein 17-stöckiges Hochhaus für die UN direkt neben dem denkmalgeschützten Wasserwerk.

Asbecks erfolgreiche Klage hat bereits Konsequenzen gehabt. Die Stadt hat ihm daraufhin einen zweigeschossigen Dachgarten genehmigt, der auf den bisher neun Etagen errichtet werden darf. Diese Aufsattlung hatte die Verwaltung Asbeck verwehrt. Nach den zeitlichen Verzögerungen durch den Klageweg will Asbeck bei der Stadt einen Schadensersatz von mehr als vier Millionen Euro geltend machen, weil Material- und Personalkosten in dieser Zeit gestiegen seien.

Gegenüber unserer Redaktion hat Asbeck angekündigt, auch gegen den nun vom Stadrat gefassten Beschluss zu klagen. Er rechnet sich guten Chancen aus, auch diesen Prozess gewinnen zu können. Sollte Asbeck vor Gericht erfolgreich sein, könnten Schadensersatzforderungen in zweistelligen Millionhöhe die Folge sein, so Asbeck.

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